Rudolf Knubel: Werkschau zum Schaffen

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Der Tuber ist eines der Werke, die in den Flottmann-Hallen ausgestellt werden. (Foto: Veranstalter)

"Mit den Augen denken" ist der Titel einer Werkschau, die sich dem Schaffen Rudolf Knubels widmet. Nach der Eröffnung am 18. November wird die Ausstellung bis zum 22. Januar in den Flottmann-Hallen zu sehen sein.

Der 1938 geborene Künstler war lange Jahre Professor für Gestaltung an der Folkwang-Hochschule in Essen und hat sich besonders auch um die Lehre verdient gemacht. Das Ausstellungsprojekt stellt die grundlegenden Leistungen Knubels erstmals umfassend vor, um ihre Bedeutung für die Kunst der Nachkriegszeit bis heute deutlich zu machen.

Formal bewegt sich Rudolf Knubel in seinen Skulpturen, Zeichnungen, Collagen und Gemälden zwischen einem expressiv-informellen Bildvokabular einerseits und einer minimalistisch-konkreten Formensprache andererseits. Hinzu kommen Schwarz-Weiß-Fotografien, die der visuellen Perzeption von Architektur und Natur in verschiedenen Kulturräumen auf der Spur sind. Maß, Variation und Relation sind dabei wesentliche Prinzipien der ästhetischen Grundlagenforschung Rudolf Knubels.

Um seinem vielgestaltigen Œuvre gerecht werden zu können, widmen sich die beiden Ausstellungsstationen jeweils einzelnen Aspekten seines künstlerischen Schaffens: In Ahlen wird ein Überblick über die Malerei und Arbeiten auf Papier aus dem Zeitraum 1962 bis 2014 gegeben, in den Flottmann-Hallen stehen frühe skulpturale Arbeiten seit dem Jahr 1967 im Vordergrund, die ausgesuchten Gemälden, Grafiken und Fotografien gegenüber gestellt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt präsentiert das LVR-Museum in Bonn in einem dritten Teil des Ausstellungsprojektes vor allen Dingen fotografische Arbeiten.

Knubel ist einer jener Künstler, die trotz früher Anerkennung, zahlreicher Skulpturen im öffentlichen Raum (zum Beispiel in Marl und Münster) und Ankäufen in namhaften Häusern wie der Neuen Nationalgalerie Berlin durch bewusste Abwendung vom kommerziellen Kunstbetrieb als Professor für Gestaltung an der Folkwang-Hochschule zunehmend aus dem Fokus kunsthistorischer Betrachtung geraten sind. Als Gründungsmitglied der Künstlergruppe Großgörschen, die einen beachtlichen Beitrag für die Entwicklung der Kunststadt Berlin leistete, konnte Knubel schon früh Aufmerksamkeit auf sich ziehen. 1969 war er Gründungsmitglied der Künstlergruppe B1 neben Künstlern wie Kuno Gonschior und Bernd Damke, die der industriell geprägten Region im Ruhrgebiet ein ästhetisches Gesicht verleihen wollten. Von 1976 bis 1977 war Knubel Stipendiat der Villa Massimo in Rom und wurde mehrmals mit einem Fulbright-Stipendium der USA ausgezeichnet, wo er sich öfters zu Lehrtätigkeiten aufhielt und sich dabei wie auch auf seinen zahlreichen Reisen auch dem Kunstbetrieb in Deutschland entzog.
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