Tempel in gute Hände abzugeben

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Die Vietnam-Sonderausstellung ist beendet. Übrig geblieben ist die große Nachbildung eines antiken Tempeltores. Über Kaufinteressenten freut sich Museumspädagoge Michael Lagers. (Foto: Stefan Kuhn)

Fünf mal acht mal zwei Meter - das sind die Maße des Tempel-Nachbaus, für den unser Museum für Archäologie ein neues Zuhause sucht. Er war einer der Höhepunkte in der erfolgreichen Ausstellung "Schätze der Archäologie Vietnams".

Die Abbauarbeiten sind in vollem Gange. Interessierte können sich direkt beim Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) melden. Ob für den privaten Gebrauch, als Blickfang in der Eingangshalle eines Unternehmens oder als Ausstellungsstück im Museum - viele Bestimmungen sind für die Fassade des vietnamesischen Tempels denkbar. Nur eines braucht der neue Eigentümer auf jeden Fall: viel Platz. Den haben die Museen in Chemnitz und Mannheim, wo die "Schätze der Archäologie Vietnams" als nächstes Station machen werden, nicht, weshalb der Nachbau aus Stahlgerüst und Leichtholzplatten Alleinstellungsmerkmal der Herner Ausstellung bleibt. In Herne muss der Tempel Platz für die archäologische Landesausstellung "Revolution Jungsteinzeit" machen, die ab dem 24. Mai zu sehen sein wird.´

"Der Tempel aus der Cham-Kultur war Dreh- und Angelpunkt der gesamten Ausstellungsgestaltung und hat bei Besuchern wie Mitarbeitern für Staunen gesorgt", erklärt Museumsleiter Josef Mühlenbrock. "Es steckt viel Handarbeit darin, deshalb würden wir uns freuen, wenn er in gute Hände gelangt." Das Original des gleichgroßen Modells steht auf einem Hügel in der Küstenebene von Phan Rang im Süden Vietnams. Er gehört zu einem Tempel-Komplex. Dessen Haupttempel ist noch heute zentraler Ort des alljährlichen vietnamesischen Neujahrsfestes und wird als Heiligtum weiter genutzt.

Das Tempelmodell wurde entsprechend der tatsächlichen Maße des Originalbaus entworfen und als Kulissenbau umgesetzt. Elf hintereinander gestaffelte Schichten vermitteln einen plastischen Eindruck der mit Verzierungen versehenen Ziegelarchitektur. Die aufwendige Ausführung wurde einer Fachfirma für Kulissen- und Filmsetbau aus München anvertraut und gemäß Brandschutzgutachten in der Feuerschutzklasse B1 ausgeführt.

"Bei der Umsetzung ging es weniger um eine detailgetreue Rekonstruktion als um die künstlerische Wiedergabe der wichtigsten Stilelemente und bestimmenden Architekturkomponenten der Cham-Kultur", erklärt Mühlenbrock. Anhand von Fotos wurde die Oberfläche des Tempels als naturalistische Malerei mit Strukturanstrich ausgeführt, wobei schlechte Restaurierungsdetails des Originals ausgespart wurden. Die verschiedenen Schichten des Tempelmodells wurden mittels eines verkleideten Stahlrahmens aus Quadratrohr verschraubt und an der Rückwand einer Ausstellungswand befestigt. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt sich, den Tempel bei Wiederaufbau erneut an einer Rückwand zu fixieren. Material und Anstrich sind nicht für einen Einsatz im Außenbereich vorgesehen.

Das Tempelmodell wurde, um die Standfestigkeit zu verbessern, fest im Boden verankert. Dies kann entweder direkt im Fußboden oder, wie im LWL-Museum für Archäologie, auf einem Podest geschehen. Die genauen Maße, Materialien, Bauteile und Anlagen entnehmen finden sich auf der Museums-Homepage.
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