Von Paprika, Sex und Künstlerbund

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Gold und Geld im Bunker. Alle Fotos: Detlef Erler
Herne: Luftschutzbunker |

Die Kunstwerke „Paprika blau“, „Ein Fluss lebt auf“, „Love, Sex, Money“, „Schuhlöffler“ und viele andere findet man nicht etwa im Museum, sondern im Luftschutzbunker, Mont-Cenis-Straße 294. Man kann sich ganz auf sie konzentrieren, denn Ablenkung gibt es im dem Gebäude mit den meterdicken Betonwänden nicht.

„Neue Perspektiven“ heißt die Ausstellung, die der Herner Künstlerbund in unsere Stadt geholt hat. 28 Künstler aus zwölf Städten (sieben aus Herne) zeigen die von einer siebenköpfigen Jury ausgewählten 47 Exponate. Vertreten sind Malerei, Fotografie, Objektkunst, Installation und Grafik.

„Neue Perspektiven“ ist ein Element der Reihe „Starke Orte – Urbane Räume / Interventionen 2013“, die neben Herne auch die Städte Dortmund, Bochum und Bottrop mit einbezieht. Die Ausstellung wird heute (15. 9.) um 11.30 Uhr von OB Horst Schiereck und dem 1. Vorsitzenden des Herner Künstlerbundes, Reiner Glebsattel, eröffnet. Sie dauert bis zum 6. Oktober. Die Einführung besorgt die Kunsthistorikerin Angelika Mertmann. Fürs musikalische und unterhaltsame Rahmenprogramm sind das Duo Barock und die Gaukler vom Circus Schnick-Schnack zuständig.

Bunker steht nicht mehr lange zur Verfügung

Die Atmosphäre des Hochbunkers verleiht der Schau ein ganz besonderes Ambiente. Doch der Bunker wird der Kunst möglicherweise nicht mehr lange zur Verfügung stehen. „Der Stadt Herne wurde bereits das Nutzungsrecht entzogen“, berichtet Reiner Glebsattel. Der Bund wolle den Bunker dichtmachen. Man fragt sich, was dann wohl mit der eigens installierten Belüftungsanlage und den Brandschutztüren passiert.

Anschauen kann man „Neue Perspektiven“ mittwochs und freitags, jeweils von 15 bis 18 Uhr, sowie samstags und sonntags, jeweils von 11 bis 17 Uhr.

Am Dienstag, 17. September, 18 Uhr, lädt der Herner Künstlerbund im Rahmen der Reihe „Art walks and talks“ zur Podiumsdiskussion „Aktuelle Fördermöglichkeiten für bildende Künste“ in den Luftschutzbunker ein. Gesprächspartner sind dabei unter anderem Dr. Oliver Doetzer-Berweger (Leiter des Emschertal-Museums), Christof Schläger (Künstler, Amsterdam/Herne) und Annegret Schrader vom Herner Künstlerbund.

Bücher umgarnen und einwachsen

Zur Installation „Buch-en“ bittet die Künstlerin Regine Strehlow-Lorenz am Sonntag, 29. September, 15 Uhr, in den Luftschutzbunker. Wer mitmachen möchte, sollte alte Schmöker mitbringen. „Buch-en“ erweckt die Bücher verstorbener Menschen zu neuem Leben – durch Abtrennung der Buchdeckel, Reduzierung der Seitengröße, Falttechnik, Umgarnung und Einwachsen. Jedes Buch wird so zu einem unverwechselbaren Objekt, das im Bücherregal wieder präsent sein kann.
www.hernerkuenstlerbund.de
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