Würfeln zwischen Vitrinen

Anzeige
Gespielt wurde auch im 11. und 12. Jahrhundert: Zu den Ausstellungsstücken im Museum gehören Dame und Bauer eines Schachspiels, das bei Sendenhorst gefunden wurde.

Spielen gehört vermutlich schon seit der Steinzeit zur Kulturgeschichte des Menschen. Höhlenmalereien und Ausgrabungen geben entsprechende Hinweise. Vor diesem Hintergrund ist es eigentlich ein logischer Schritt, dass das LWL-Museum für Archäologie in Herne zumindest von Zeit zu Zeit zu einem Spielplatz werden soll.

Dass zukünftig zwischen Glasvitrinen gewürfelt und gestochen wird, macht eine Kooperation des Westfälischen Landesmuseums mit dem Spielezentrum Herne möglich. Am vergangenen Freitag setzten Museumsleiter Dr. Josef Mühlenbrock sowie als Vertreterin der Stadt Dr. Annette Frenzke-Kulbach und Thomas Moder (Spielezentrum) ihre Unterschriften unter einen Vertrag, der die Zusammenarbeit besiegelt.

Zukünftig soll das Spielezentrum regelmäßiger Gast im Haus am Europaplatz sein. Geplant sind unter anderem gemeinsame Veranstaltungen zum „Spielewahnsinn“ vom 8. bis zum 10. Mai und zum Kulturfest „Extraschicht“ am 20. Juni. Ein erster Höhepunkt der Kooperation: Am 9. Mai soll das Finale um die deutsche Meisterschaft im Brettspiel „7Wonders“ im Vortragssaal des Museums ausgetragen werden – spätestens dann dürfte die ungewöhnliche Liaison auch über Herner Stadtgrenzen hinaus ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit erfahren.

Ohne jeden Zweifel passt das international ausgezeichnete Strategiespiel perfekt in das Ambiente des Museums. An jedem Brett errichten drei bis sieben Spieler in einer antiken Stadt Bauwerke – und vielleicht wird ja so mancher Teilnehmer an der Meisterschaft beim Gang durch die Ausstellungsräume inspiriert. „Über Spiele kann das Interesse für Geschichte und Archäologie geweckt werden“, betont Thomas Moder den Sinn der Kooperation.

Spielezentrum soll Jean-Vogel-Straße verlassen

Für das Spielezentrum ist der Vertragsabschluss mit unbestimmter Laufzeit ein Full House, zumindest aber eine Chance, denn nicht weniger als die Zukunft der städtischen Einrichtung steht auf dem Spiel. Veranstaltungen können aufgrund von Brandschutzmängeln auf zwei Etagen seit vergangenen Herbst nicht mehr oder nur noch eingeschränkt stattfinden.

Am Rande der Pressekonferenz am 9. Januar merkte Annette Frenzke-Kulbach an, dass ein Umzug des Spielezentrums langfristig notwendig und die angedachte Renovierung des rund 80 Jahre alten Gebäudes an der Jean-Vogel-Straße damit hinfällig sei. Wo zukünftig gespielt werden soll, ließ sie offen. Entsprechende Ideen seien noch nicht spruchreif. Für die Erkenntnis, dass es sich im Museum für Archäologie gut spielen lässt, muss man jedenfalls nicht tief graben: Im Jahr 2010 war es Austragungsort der Carcassonne-Weltmeisterschaft.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.