8000 Stimmen für die Pflege

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Dr. Bodo de Vries (links) und Andreas Eckhardt (rechts) überreichten Ingrid Fischbach, der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, 8000 Unterschriften, um auf die problematische Situation in Pflege-Einrichtungen aufmerksam zu machen. WB-Foto: Angelika Thiele

Die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt ständig zu. Der demografische Wandel stellt auch das Evangelische Johanneswerk mit seinen 30 stationären Altenpflege-Einrichtungen, die 3500 Plätze bieten, vor große Herausforderungen.

Um sich Gehör zu verschaffen, hat man deshalb die Unterschriftenaktion „Schlechte Zeiten für die Pflege“ ins Leben gerufen. 8000 Mitarbeiter, Bewohner, Ehrenamtliche und vor allem Angehörige haben inzwischen diese drei Forderungen unterschrieben: „Mehr Personal in Altenpflege-Einrichtungen“, „Mehr Anerkennung für den Pflegeberuf“ und schließlich „Einen gesetzlichen Rahmen für würdevolle und gute Pflege sowie eine neue Definition des Pflegebedürftigkeits-Begriffs“.

Die 8000 Unterschriften und das Plakat „8000 Stimmen verschaffen sich Gehör“ wurden jetzt im Eva-von-Tiele-Winckler-Haus an Ingrid Fischbach übergeben, Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium – also genau die richtige Adressatin.

"Mehr Wertschätzung"

Die Politikerin zeigte sich „dankbar für die Unterschriftensammlung“ und will sich um „mehr Wertschätzung für die Pflege“ kümmern. Sie rücke auch politisch stärker in den Fokus. Allerdings solle man „kein Öl ins Feuer gießen“, indem man dezidiert auf die problematische Situation in Altenpflege-Einrichtungen hinweise. Man könnte sich damit einen Bärendienst erweisen.

Das Ev. Johanneswerk hatte die landesweite Unterschriftenaktion sozusagen aus der Not heraus gestartet. „Es gibt immer mehr pflegebedürftige Menschen, aber Personalressourcen, die seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in NRW unverändert sind“, betonte Dr. Bodo de Vries, stellv. Vorstandsvorsitzender des Ev. Johanneswerks. „Der Druck auf unsere Pflegekräfte wächst ständig. Diese Anforderungen werden aber weder in der gesellschaftlichen Wertschätzung noch in der Diskussion um die Finanzierung angemessen berücksichtigt.“

60 bis 70 Prozent sind dement

Das Pflege-Problem ist beim Johanneswerk massiv, denn „60 bis 70 Prozent unserer Bewohner sind dement“, ergänzte Andreas Eckhardt, Regionalgeschäftsführer für die Region Ruhrgebiet Nord/Münsterland.
„Etwa 47 Prozent der Bewohner“ fuhr er fort, „sind nach einem Jahr verstorben.“ Im Vorfeld wüchsen die pallitivpflegerischen Aufgaben kontinuierlich.

Weitere Infos: Regionalbüro Ruhrgebiet Nord/MS, Tel.: 02325/58 71 95-0. Internet: www.johanneswerk.de
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