Das bessere Dschungelcamp

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Da geht's hin: Herne und Mbouo trennen mehr als 5100 Kilometer.
 
Die Landesflagge Kameruns hatte sich Sarah Görgen schon vor dem Abflug nach Afrika besorgt.

5135 Kilometer trennen Herne und Mbouo. Diese Distanz trennt seit Ende August auch Sarah Görgen von ihrer Familie. Die 19-Jährige leistet zwischen Abitur und Studium einen einjährigen Freiwilligendienst in der Stadt im Südwesten Kameruns.

Der Flug nach Afrika ist für Sarah Görgen, die vor wenigen Monaten ihr Abitur mit den Leistungsfächern Mathematik und Geschichte am Otto-Hahn-Gymnasium baute, trotz der Erfahrungen eines Austauschjahres an einer High School in den Vereinigten Staaten fraglos ein Sprung ins kalte Wasser. Sind die Lebensstandards in den USA und in Deutschland vergleichbar, wird sie in Kamerun deutliche Abstriche machen müssen. Schon vor dem Abflug wusste sie, dass ihr in ihrem Apartment zwar ein Gasherd und eine "exotische Elektrik", jedoch keine Dusche und Toilette zur Verfügung stehen werden. Geschäfte erledigt man in Mbouo auf dem Plumpsklo.

Hinzu kommt die Sprachbarriere. Die Englisch- und Spanischkenntnisse aus der Schulzeit helfen Sarah Görgen in diesem Teil Kameruns kaum weiter, denn hier ist Französisch Amtssprache. "Immerhin kann ich mich in dieser Sprache schon vorstellen", sagt die 19-Jährige. Mit Händen und Füßen werde eine Verständigung irgendwie schon möglich sein, so ihre Erwartung.

Möglich macht den Aufenthalt in Kamerun die Vereinte Evangelische Mission (VEM). In Botswana und auf den Philippinen betreibt die internationale Missionsgemeinschaft ähnliche Projekte, in denen junge Menschen ehrenamtlich tätig sein können. Für die gläubige Christin ist es ein logischer Schritt, vor dem Theologiestudium an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal der Gesellschaft "etwas zurückzugeben". In Mbouo betreut sie an der "Ecole maternelle et primaire" Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren. Görgen wird dort mit den Kindern spielen, Musik machen und ihnen bei der Toilette helfen. Außerdem unterstützt sie den Unterricht der Lehrer.

Ihren Dienst verrichtet die Hernerin in der Regal vom Morgen bis zum Nachmittag. Geld erhält sie dafür nicht, ganz im Gegenteil: Der Aufenthalt knapp nördlich des Äquators kostet rund 15000 Euro. Nicht ganz ein Zehntel der Summe musste Görgen über Sponsoren selbst aufbringen.

Ohne gezielte Vorbereitung ist ein Aufenthalt in einem Land wie Kamerun nicht ohne Risiko. "Ich habe gefühlt alles an Impfungen bekommen, was möglich war", stellt Sarah Görgen fest. Einen hundertprozentigen Schutz vor Krankheiten gibt es jedoch nicht. So sei gegen Malaria lediglich eine Prophylaxe möglich, betont die 19-Jährige. An konstant tropische Temperaturen von mehr als 30 Grad muss man sich als Europäer erst einmal gewöhnen. Hat sie sich erst einmal akklimatisiert, möchte sie recht schnell Land und Leute kennen lernen. Geplant sind eine Fahrt in den Dschungel und ein Aufstieg auf den mehr als 4000 Meter hohen Mount Cameroon.

Auf die Sitten des Landes wurde sie durch VEM-Mitarbeiter aufmerksam gemacht. Schon Kleinigkeiten können großes Unheil anrichten. Vor dem Flug ab Düsseldorf trennte sich Sarah Görgen zum Beispiel von ihrem geliebten Fußband. Denn dies sei das Erkennungsmerkmal einer Prostituierten, hatte man sie aufgeklärt.

Über ihre Zeit in Kamerun möchte Sarah Görgen bloggen.
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