"Eigentlich kann man nichts mehr essen!"

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Sie fragen sich, was man noch genießen kann (v. li. im Uhrzeigersinn): Anja Krause, Mara und Holger Matthiessen, Gaby Nolting sowie Wilfried und Helga Bloßfeld. (Foto: Detlef Erler)
Schimmelpilz in der Milch, Verseuchte Futtermittel, Bio-Eier, die keine sind und Pferde, die statt auf der Weide zu grasen im Tiefkühlessen landen. Da vergeht einem der Appetit. Auch die Herner finden diese Enthüllungen alles andere als schmackhaft.
„Eigentlich kann man nichts mehr essen“ fasst Gaby Nolting die Stimmung zusammen. „Normalerweise kaufe ich zum Beispiel keine Fertiggerichte, aber wenn es och schnell gehen muss ... Die Unsicherheit ist da, man macht sich Sorgen“, gibt sie zu, insbesondere im Hinblick auf den Nachwuchs.
Diese Gedanken treibt auch Anja Krause um, die mit ihren Enkeln unterwegs ist. „Wer weiß was in der Zukunft noch alles herauskommt“, ahnt sie nichts Gutes. „Das Vertrauen ist auf jeden Fall ganz unten.“
Das richtige Essen zu findnen, wird da zur Glückssache. „Man soll sich ja gesund ernähren, aber das ist schwer“, lässt Annika Appel. Neben den jetzt aktuellen Skandalen gibt es ja auch so schon genug unerfreuliche Aspekte beim Einkauf. „So ist der Salat zum Beispiel voll mit Pestiziden“. Konsequenzen hat sie aber noch nicht getroffen, gibt Annika Appel zu. „Mir ist nicht wirklich mulmig, ich habe nichts von meiner Speisekarte verbannt. Aber wenn man so etwas liest, achtet man beim nächsten Einkauf mehr darauf, was man mitnimmt.“
Was kann man nun gegen die diversen Unappetitlichkeiten tun? „Es müssen mehr und regelmäßige staatliche Kontrollen durchgeführt werden“, findet Holger Matthiessen. Doch auch die Verbraucher können etwas tun. Nämlich nicht nur auf den günstigsten Preis „sondern auf Qualität achten“.
Das möchten Wilfried und Helga Bloßfeld nur zu gern, doch „man ist wütend und hilflos“, lässt die Dame wissen. „Man holt Bio-Eier und weiß nicht, ob es auch wirklich welche sind. Wir sind Milchtrinker, auch da bekommt man jetzt ein schlechtes Gefühl“, klagt sie und kommt zu dem Schluss: „Als Verbraucher ist man machtlos.“ Ihr Mann Wilfried ist skeptisch, dass sich etwas zum Positiven wendet. „Werden neue Gesetzte erlassen, gibt es immer Schlupflöcher. Zudem weiß man nie, was bei der Produktion im Ausland passiert.“
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