Ein Haus für Ometepe

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Maura Argentina Rivera erhält ein eigenes Haus. (Foto: Horst Martens/Stadt Herne)
 
Schüler, Lehrer und Vertreter der Sektion Ometepe stellen sich dem Fotografen auf der Rathaustreppe. Zeyneb Kurt und Merle Osterhoff halten den symbolischen Grundstein. (Foto: Horst Martens/Stadt Herne)

Maura Argentina Rivera, alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern, davon eine behindert, bekommt ein Haus auf der Insel Ometepe. Das Geld dafür, immerhin 4060 Euro, haben der Projektkurs und die Ometepe-AG der Erich-Fried-Gesamtschule gesammelt.

In Ometepe hat die Erich-Fried-Gesamtschule seit mehreren Jahren eine Partnerschule. Seit vier Jahren existieren direkte Kontakte mit den Schülern der Partnerschaftsinsel. Berichte der Vertreter der Ometepe-Sektion führten den Schülern vor Augen, wie bedürftig die Menschen dort leben. Durch den sich anbahnenden persönlichen Briefverkehr - handschriftlich, weil kaum Internet auf der Insel existiert - hat die prekäre Situation sie auch selbst berührt.

Daher beschlossen der Projektkurs der Klasse 12 und die Ometepe-AG der Klasse 6 vor einem Jahr, einer bedürftigen Familie aus der Gemeinde der Partnerschule in La Palma ein Haus zu spenden. Elif erzählt, wie die Schüler an vielen Festen, Märkten und Tagen der offenen Tür teilnahmen und mit ihren Bauchläden Gewürzöle, Kaffee und Kuchen verkauften. Ihre Aktion beim Herner Adventsmarkt machte großen Eindruck, so dass die Marktbetreiber beschlossen, ihre Spende in Höhe von 2000 Euro an die Erich-Fried-Gesamtschule gehen zu lassen.

Ganz am Anfang der Aktion stand der Vortrag von Udo Jakat über die Verhältnisse auf der Insel. Philip Eckey fühlte sich angesprochen. Allerdings erst später, denn zunächst baute er während des Vortrags einen Papierflieger, aber dann entschuldigte er sich, "weil ich merkte, da herrscht Not". Bei einer Veranstaltung ließ er den Hut rumgehen und einiges lag drin. "Und schwupps war das Ometepe-Projekt gegründet", fügt Lehrer Ulrich Kind hinzu. Ganz aktuell während einer Abschlussfeier wiederholte Eckey die Aktion mit dem Hut. 350 Euro kamen zusammen, die schon für das nächste Haus vorgesehen sind.

"Die Aktion hat mich überzeugt, weil sich hier eine Gruppe von jungen Menschen auf den Weg gemacht hat, die sich kümmern. Mich macht es stolz, dass es so weit über den Kontinent hinausstrahlt", lobt Silvia Golombeck, die stellvertretende Schulleiterin, das Projekt, das auch anderswo Beachtung gefunden hat: Es wurde im Rahmen des Schülerwettbewerbs "Demokratisch Handeln" mit einem Förderpreis prämiert.

Das Geld wird jetzt nach Nicaragua transferiert. Für 4060 Euro wird Material eingekauft. Das Haus wird in Eigenleistung gebaut. Die ganze Verwandtschaft packt an. In die Steine werden leere Plastikflaschen eingearbeitet. Damit wird Zement gespart, die Isolation gegen die Hitze erhöht und die Umwelt geschont. Ausgesucht wurde Maura Argentina Rivera, weil sie besonders benachteiligt ist, in schwierigen Wohnverhältnissen mit der Großfamilie lebt und ein behindertes Kind hat.

Die Ometepe-Kontakte der Erich-Fried-Gesamtschule und der Sektion Ometepe streben im nächsten Jahr einem neuen Höhepunkt zu. Dann wird in Herne mit Besuch aus Nicaragua vom 6. bis 11. Juni das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert.

Quelle: Presseamt Stadt Herne
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