Erlebnis „Draußen“ / Seit einem halben Jahr gibt es die "Wildnis für Kinder"

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Bei einer Aktion des Kinder- und Jugendparlaments im letzten Herbst wurde eine Hecke gepflanzt, mit der die „Wildnis für Kinder“ zum Juri-Gerus-Weg abgegrenzt wird. Jetzt im Frühjahr eignet sich das Gelände wieder toll zum Spielen.Foto: Detlef Erler
„Kinder aus der Umgebung haben unsere Wildnis für Kinder längst für sich entdeckt“, sagt Jürgen Heuser, Leiter der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet.
Auch zahlreiche Schulklassen und Kindergärten waren auf Besuch und haben festgestellt, wie spannend es sein kann, abseits ausgetretener Pfade in der Natur zu spielen. Allerdings, räumt Heuser ein, erkennen nicht alle Kinder die Chance, die das Gelände am Juri-Gerus-Weg unweit des Hauses der Natur, ihnen bietet. „Die Konkurrenz durch Internet, Smartphone und Fernsehen ist groß“, bedauert der Biologe.
Daher bedarf es mancher Impulse und Angebote, weitere Kinder auf das Gelände aufmerksam zu machen,
Ideen dazu wurden jüngst gesammelt, als sich der Arbeitskreis der westfälischen Umweltpädagogen zu einer Tagung in der Biologischen Station traf. Dreißig Fachfrauen und -männer aus der offenen Kinder- und Jugendarbeit ließen ihrer Kreativität freien Lauf und entwickelten neue Programme für die Naturerfahrung in der Stadt.
Doch es blieb nicht bei der Theorie. Am Nachmittag konnte das eben Entwickelte in die Praxis umgesetzt werden. Eine bunte Schar von Kindern aus Gruppen des CVJM, des Lighthouse und des Bundes für Umwelt- und Naturschutz tollte durchs Gelände. Da wurde über dicke Äste balanciert, den Rutschhang herabgerannt oder einfach nur im Unterholz gestöbert. Schließlich hatten die Herner Biologen das frühere Industriegelände der Firma Beien mit Lehm- und Sandhügeln, Balancierbäumen, einem Netz von Trampelpfaden durchs Dickicht und dem schon erwähnten Abhang für Kinder attraktiv gemacht.
Und was die Natur nicht bot, wurde von den Betreuerinnen und Betreuern mitgebracht, so eine Slackline, die zwischen zwei Bäumen befestigt den Jungen und Mädchen viel Spaß beim Seiltanzen bereitete.
Einige Kinder „mutierten“ gleich zu Umwelt-Rangern und machten sich daran, Gebüsche und Wiesen von Unrat zu säubern. Denn so traurig es ist, Getränkedosen und Süßigkeiten-Verpackungen verunzierten schon einige das Grün.
Und dann sind da in einigen Bereichen die „tretminen“: „Einige Hundehalter lassen ihren geliebten Vierbeiner nach wie vor freien Lauf und – schlimmer noch – ihr Geschäft mitten auf den Wiesen verrichten ohne die Fäkalien zu entsorgen“, bedauert Jürgen Heuser.
Vielleicht hilft ja das Schild, das auf die Wildnis für Kinder hinweist. Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung, die gemeinsam mit der Dr.-Gustav-Bauckloh-Stiftung und der Stadt Herne das Projekt unterstützt, hat ein solches in Auftrag gegeben.
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