Mit Geld umgehen lernen

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23 junge Frauen und Männer beteiligen sich aktuell an dem Erfolgsmodell. (Foto: Mulvany-Berufskolleg)

Schoolbucks nennt sich die erste eingetragene Schülergenossenschaft im Ruhrgebiet. Seit ihrer Gründung am Mulvany-Berufskolleg Anfang vergangenen Jahres hat sie sich zu einem bundesweit beachteten Erfolgsmodell entwickelt.

"Wir können selbst kaum glauben, dass wir so schnell so groß geworden sind", sagt die Pädagogin Anna Große-Hovest, die das Projekt gemeinsam mit zwei Kollegen begleitet. Für die Idee, junge Menschen mit Zuwanderungshintergrund in Zusatzseminaren Kompetenzen im Umgang mit Geld zu vermitteln, sicherte sich Schoolbucks jetzt sogar den mit mehr als 5000 Euro dotierten zweiten Platz in einem nationalen Wettbewerb, der von den Volksbanken/Raiffeisenbanken ausgelobt worden war.

Der Ruf der Herner drang mittlerweile bis nach Berlin. Dort wird die Genossenschaft ihre Arbeit bei einem Sommerfest der NRW-Abgeordneten vorstellen. Gemeinsam mit einem weiteren Projekt geht es nach Berlin, beworben hatten sich 90 Schülergenossenschaften aus ganz Nordrhein-Westfalen.

Dabei hatte vor etwas mehr als einem Jahr alles ganz klein angefangen: Mit der Aufgabe, an Schultagen 2000 Personen mit Getränken und Brötchen zu versorgen, ging Schoolbucks an den Start. Die Caféteria im Berufskolleg am Westring hatte eineinhalb Jahre lang leer gestanden. Die jungen Genossenschaftler, begleitet von mehreren Sponsoren, hatten richtig Lust auf die ehrenamtliche Arbeit, entsprechend begeistert wurde das neue Pausen-Sortiment angenommen.

Der Gründergeneration folgte bald eine zweite, die den Schoolbucks-Ansatz um neue Initiativen erweiterte. Dazu gehörten erstmals auch Bildungsangebote für Schüler der internationalen Klassen zum Umgang mit Geld, aber auch das Catering von Veranstaltungen, wenn die Schule Gäste empfängt oder Schülerjahrgänge verabschiedet. Stets organisiert Schoolbucks alles selbst - vom Angebot über Einkauf, Zubereitung und Service bis hin zur Abrechnung und Buchführung. Die Mitgliedschaft in der Genossenschaft ist als Wahlfach in das Schulleben integriert. Am Ende schlägt sich das Engagement als Schulnote auf dem Zeugnis nieder. „Viel wichtiger als die Zensur ist das qualifizierte Arbeitszeugnis, das jedes Schoolbucks-Mitglied von uns erhält", sagt Betreuungslehrerin Anna Große-Hovest.

Welches Gewicht ein solches Zeugnis hat, erlebte Mulvany-Absolventin Nicole Brailich. Sie legte das Dokument ihrer Bewerbung bei. "Beim Vorstellungsgespräch sprachen die Personaler nur über die Schülergenossenschaft und wollten alles ganz genau wissen", berichtet Brailich.

23 junge Frauen und Männer haben sich aktuell für eine Mitgliedschaft entschieden. Am Berufskolleg sei man stolz das Erfolgsmodell, sagt der kommissarische Schulleiter Thomas Brechtken. „Im Unterricht vermitteln wir finanzielles Wissen in erster Linie theoretisch. Bei Schoolbucks jedoch lernen die Schüler ganz praktisch den Umgang mit Geld mit allen positiven und negativen Konsequenzen. Der Wert dieser Erfahrung kann gar nicht hoch genug geschätzt werden."
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