Mutmaßlicher Kindermörder festgenommen

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In einem Schnellimbiss an der Bismarckstraße nahm die Polizei den mutmaßlichen Kindermörder Marcel H. am Donnerstagabend fest. (Foto: Mike Alexi)

Die Suche nach dem mutmaßlichen Kindermörder Marcel H. ist seit Donnerstagabend beendet. Die Polizei nahm den 19-Jährigen, der am vergangenen Montag einen Nachbarsjungen (9) getötet haben soll, in einem griechischen Schnellimbiss an der Bismarckstraße fest.

Marcel H. hatte sich dort als die Person zu erkennen gegeben, nach der die Polizei in den vergangenen Tagen mit einem Großaufgebot weit über die Herner Stadtgrenzen hinaus gefahndet hatte. Er wurde kurz darauf von der Polizei festgenommen. In einer ersten Vernehmung gab er den Beamten den Hinweis, sie mögen sich in einer Wohnung an der Sedanstraße umschauen, die nur wenige Minute entfernt von dem Schnellimbiss liegt.

Dort brannte es im ersten Obergeschoss. Die Feuerwehr konnte den Brand zwar schnell löschen, in den Räumen entdeckte sie jedoch eine Leiche. Es soll sich hierbei um einen 20-Jährigen handeln. Ein Nachbar berichtete, dass dort ein junger Mann wohne. Seinen Aussagen zufolge soll es einen lauten Knall gegeben haben. Unmittelbar darauf brach wahrscheinlich das Feuer aus.

In den rund 75 Stunden zwischen dem Mord an dem neunjährigen Jaden im Keller eines Wohnhauses an der Fleithestraße und der Festnahme waren mehr als 1400 Hinweise auf den Gesuchten eingegangen. Laut Obduktion ist der Junge mit mehreren Messerstichen getötet worden. Mal wollte Marcel H. in einer Klinik in Mönchengladbach gesehen worden sein, mal in der Nähe einer Schule in Wetter, mal im Kreis Siegen-Wittgenstein. Tatsächlich liegt der Verdacht nahe, dass Marcel H. sich aufgrund des hohen Fahndungsdrucks recht schnell nach dem ersten Mord Zugang zu der Wohnung an der Sedanstraße verschaffte, um dort unentdeckt zu bleiben. Beide Tatorte liegen etwa fünf Kilometer auseinander. Zu Fuß ist die Strecke also in weniger als einer Stunde zu bewältigen.

Marcel H. wurde nach seiner Festnahme ins Polizeipräsidium Bochum gebracht und am Freitag einem Haftrichter vorgeführt. Laut Staatsanwaltschaft soll er sich in der Nacht zum Freitag bereits "zur Sache ausgelassen" haben. Hinweise zum Tatmotiv gab die Polizei zunächst aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.
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