Nach Qualifizierung: 13 neue Mitarbeiter für den Kommunalen Ordnungsdienst

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„Ich habe darin die Chance gesehen, in meinem Alter nochmal ins Berufsleben zu kommen“, erzählt Bernd Adler. Der 53-Jährige ist einer der Teilnehmer einer Qualifizierungsmaßnahme der Gemeinnützigen Beschäftigungsgesellschaft Herne (GBH), die am 1. April ihre neue Arbeit beim Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) aufnehmen.

Trockenbauer, Betriebsleiter, Touristikfachwirt und viele andere Berufe übten die 15 Teilnehmer – 14 Männer und eine Frau – einst aus, die jetzt die Qualifizierung abgeschlossen haben. Doch etliche von ihnen waren längere Zeit arbeitslos. Bernd Adler war 26 Jahre lang als Schichtführer tätig, bevor die Firma 2013 dicht machte. Während er vom Jobcenter auf das neue Angebot aufmerksam gemacht wurde, erfuhr Resit Yaylacik (42 Jahre) durch die Presse von der Maßnahme. „Ich habe im Lager gearbeitet“, sagt er, aber da er immer nur Jahresverträge erhielt, sah er keine Perspektive für sich.
Beide sind sich einig, dass sie künftig in einem sehr interessanten Berufsfeld arbeiten werden. „Man hat viel mit Menschen zu tun“, freut sich Adler, und Yaylacik hofft, dass ihm im Gespräch mit ausländischen Bürgern seine Zweisprachigkeit von Nutzen sein wird. Mit Problemen, wenn vielleicht ein Bürger nicht damit einverstanden ist, dass man ihn auf sein Fehlverhalten hinweist, rechnen die beiden neuen Mitarbeiter des KOD nicht. „Wir sind gut geschult. Unter anderem gab es ein Deeskalationstraining“, erklärt Yaylacik.

Erste Hilfe und bürgerliches Recht

Auch Selbstbehauptung, Erste Hilfe sowie viel theoretisches Wissen unter anderem über allgemeines Verwaltungsrecht, bürgerliches Recht, das Ordnungswidrigkeitengesetz und den Datenschutz haben die Teilnehmer seit Oktober 2015 gelernt. „Das war ein hartes Programm“, sagt GBH-Projektleiterin Marion Albert über die Maßnahme, die die Beschäftigungsgesellschaft gemeinsam mit dem Jobcenter ins Leben gerufen hat. 480 Stunden theoretischer Unterricht und 320 Stunden Praktikum standen auf dem Stundenplan.
Hoch kommunikativ, aufgeschlossen und ansprechbar für die Bürger müssten die neuen Mitarbeiter des KOD sein, erläutert dessen Teamleitung, Sigrid Mertens. Auch die Fähigkeit, spontan reagieren zu können, sei wichtig, „denn bei uns ist kein Tag wie der andere“. Zukünftig werden die neuen Kräfte zum Beispiel die Parks in Herne bestreifen und sich sich dort um freilaufende Hunde oder illegal entsorgten Müll kümmern. Aber auch Einsätze bei der Durchsetzung des Nichtraucherverbots, bei der Verkehrsüberwachung und im Bereich Zuwanderung sind vorgesehen.

Auf ein Jahr befristet

18 Männer und Frauen nahmen an der vorgeschalteten Eignungsfeststellung teil, 15 an der Qualifizierungsmaßnahme, die nun alle bestanden haben. 13 von ihnen werden ab dem 1. April die bisher etwa 25 Mitarbeiter des KOD unterstützen. Wirtschaftliche Bedingungen hätten dazu geführt, dass nicht alle 15 übernommen worden seien, so Werner Friedhoff vom Ordnungsamt. Aus demselben Grund sind die neu geschaffenen Stellen auf ein Jahr befristet. Zudem hängt davon ab, ob und wie viele Verträge verlängert werden, obwohl Friedhoff und Sigrid Mertens keinen Zweifel daran lassen, dass Bedarf vorhanden ist.
Wie Karl Weiß, Geschäftsführer des Jobcenters, betont, könnten die Absolventen ihr Wissen auf Dauer gut gebrauchen, um einen Arbeitsplatz zu finden. „Das ist keine Einbahnstraße“, versichert er, und Nicola Maletzki vom Studieninstitut Ruhr kann sich vorstellen, dass die Teilnehmer aufgrund ihrer neu gewonnenen Qualifikation auch für andere Kommunen interessant sind.
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