Polizei sucht Brandstifter

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Ein Feuer zerstörte das ehemalige katholische Gemeindehaus am Marienhospital. Ein Feuerwehrmann wurde beim Innenangriff durch eine herabstürzende Decke leicht verletzt. (Foto: Stefan Kuhn)

Brandstiftung ist die Ursache für zwei Feuer in dem ehemaligen Pfarrhaus der Kirchengemeinde St. Marien. Die Polizei fahndet nach dem Täter. In dem Gebäude lebte eine sechsköpfige Familie. Hausherr ist ein aus Syrien stammender Arzt. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen kann ein fremdenfeindlicher Hintergrund ausgeschlossen werden.

Am vergangenen Donnerstag war zum ersten Mal ein Feuer in dem Haus an der Marienstraße ausgebrochen. In der Nacht zum Samstag brannte es in dem Gebäude erneut. Zeugen wollen eine Person gesehen haben, die kurz zuvor den Tatort verließ, sich zu Fuß in Richtung Herzogstraße entfernte und in ein dunkles Auto stieg. Bei dem Fahrzeug könnte es sich um einen Audi A4 handeln.

Das Kriminalkommissariat bittet um Hinweise von Zeugen, die am 13. und am 15. Oktober verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Sie werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0234/9094611 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Die Folgen der beiden Brände sind so schwerwiegend, dass das ehemalige Pfarrhaus nicht mehr betreten werden darf. Der Aufenthalt wäre aufgrund der Zerstörungen zu gefährlich, Teile des Gebäudes könnten jederzeit einstürzen. Ein Abriss scheint nach dem derzeitigen Stand unausweichlich.

Bei den Bewohnern handelt es sich um einen aus Syrien stammenden Arzt und seine Familie. Sie wird derzeit von der Kirchengemeinde St. Marien unterstützt. Böse Folgen hatte das Unglück auch für ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr: Ein Helfer wurde bei dem Einsatz am vergangenen Wochenende leicht verletzt.

Die Löscharbeiten gestalteten sich ohnehin schwierig: Als die Feuerwehr am Brandort eintraf, war schnell klar, dass ein Einsatz im Inneren des Gebäudes unmöglich war. Von außen mussten die Glutnester ausgemacht werden. Sie befanden sich in der Dachkonstruktion und in einer Zwischendecke. Ein erster Löschversuch mit einem C-Rohr führte nur im Bereich des Daches, nicht jedoch in der Zwischendecke zum Erfolg. Hierfür erhielt die Feuerwehr Unterstützung von einer Einheit aus Werne, die über ein Schneidlöschgerät, das sogenannte "Cobra Cold Cut", verfügt. Hiermit wurde ein Loch in die Außenwand geschnitten, anschließend wurde mit hohem Druck (circa 300 bar) Wasser in der Zwischendecke verteilt. Der Strahl verteilte sich zu einem Wassernebel und kühlte den Brandherd. In einem weiteren Schritt konnte das Glutnest mit einem C-Rohr aus dem Korb einer Drehleiter und einem B-Rohr von außen gelöscht werden.

Der Einsatz an der Marienstraße konnte erst am Sonntag beendet werden. Beteiligt waren neben der Berufsfeuerwehr mit dem Löschzug der Feuerwache 2, die Freiwilligen Feuerwehren aus Holsterhausen, Werne und Bergkamen. In den Abendstunden wurde die Einsatzstelle erneut kontrolliert. Hierbei wurden keine Auffälligkeiten festgestellt, so das keine weiteren Maßnahmen getroffen werden mussten.
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