Salbe für Burkina Faso

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Simone Lauer, Mitglied der Geschäftsleitung der St. Elisabeth-Gruppe, übergab Ute Leifert und Johanna Preiss (von links), die Salbentöpfchenspende. (Foto: St. Elisabeth-Gruppe)

Vor zwei Jahren begann die Zusammenarbeit zwischen Marienhospital, Ärztinnen-Netz und der Hilfsorganisation AMPO. Damals beteiligten sich die beiden medizinischen Einrichtungen an der Finanzierung von Hebammenausbildungen in Burkina Faso, einem Staat in Westafrika. Nun waren die Initiatorinnen zu Gast in Herne, um von der Entwicklung des Projektes zu berichten und um eine Salbentöpfchenspende der Klinik entgegenzunehmen, die bei der weiteren Finanzierung von Ausbildungen in Burkina Faso hilft.

Wenn durchschnittlich nur eine Hebamme auf 21000 Einwohner kommt, müssen viele Frauen auf dringend benötigte Hilfe und Unterstützung während der Schwangerschaft verzichten. Und tatsächlich hinkt dabei der Vergleich mit Deutschland umso mehr, wenn man die Geburtenrate beider Länder miteinander vergleicht. Lag sie 2015 hierzulande bei 1,5 erreichte sie in dem seit 1960 von Frankreich unabhängigen Land einen Wert von 5,4. "Meistens fehlt den Menschen das nötige Geld, nicht nur für die Hebammenausbildung, sondern schon für den Besuch einer Schule“, berichtet Ute Leifert, pensionierte Gynäkologin und Mitglied der Hilfsorganisation. „Umso mehr freue ich mich, dass wir bereits drei Frauen die Ausbildung zur Hebamme ermöglicht haben." Sie schließen diese nächstes Jahr ab.

Wie viel eine Spende bewegen kann, wurde nun bei der Übergabe im Marienhospital klar: „Die Salbentöpfchen sind sehr wertvoll für unser Projekt, denn sie werden mit der in Burkina Faso selbst hergestellten Karitébutter befüllt und dann verkauft. Das so eingenommene Geld wird eins zu eins in unser Hilfsprojekt zur Hebammenausbildung reinvestiert“, so Leifert.

Die Ausbildung in Westafrika unterscheidet sich kaum von der in Deutschland. Die Lerninhalte sind dieselben, die praktischen Blöcke absolvieren die Auszubildenden wie bei uns in Kliniken. Hinzu kommt allerdings, dass Hebammen in Westafrika auch über Verhütung aufklären. Sie verschreiben Verhütungsmittel und können auch Spiralen einsetzen: „Sie erklären den Frauen, dass es heutzutage kein Ausdruck von Reichtum mehr bedeutet, viele Kinder zu haben", sagt Johanna Preiss, Mitglied des Ärztinnen-Netzes.
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