Schüler lassen fairen Kaffee produzieren

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Philip Eckey (Vierter von links) gab mit einer Spendensammlung den Anstoß zu dem Projekt. (Foto: Erich-Fried-Gesamtschule)

Doppelt fair und extra lecker: Mit diesen Worten wirbt der Partnerschaftskreis Ometepe für die Kaffeesorte „Mundo Solidario“. Seit vergangenen September lässt Erich-Fried-Gesamtschule diese Bohne produzieren. Der Vertrieb läuft: Mehr als 140 Kilogramm wurden bei Schulfeiern, Festen und auf Märkten als Espresso oder Brühkaffee verkauft.

Inzwischen gibt es sogar mehrere feste Verkaufsstellen in Herne. Der Erlös aus dem Verkauf fließt in die Schulpartnerschaft mit dem Instituto Enmanuel Mongalo in La Palma auf Ometepe, einer Insel auf dem Nicaraguasee.

Den Stein ins Rollen gebracht hat vor drei Jahren ein Schüler aus dem damaligen sechsten Jahrgang anlässlich der Feier zum 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Herne und Ometepe. Philip Eckey, damals zwölf Jahre alt, wollte mehr tun als nur geduldig zuhören. Er entschloss sich zu einer spontanen Spendenaktion und ließ bei der Feier in der Schulaula kurzerhand einen Hut herumgehen. Rund 250 Euro konnte er so der anwesenden Delegation aus Nicaragua sofort mitgeben zum Erwerb von neuen Schuluniformen. Seitdem hat sich eine rege Partnerschaft zwischen den beiden weiterführenden Schulen entwickelt, die inzwischen große Teile der Schulgemeinschaft in Herne erfasst hat.

Die finanzielle Unterstützung der Partnerschule ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Gemeinsam mit Schülern entwickelt ein Arbeitskreis an der Gesamtschule neue Konzepte und Ideen zur Gewinnung von Spenden. Der Direktimport von Waren und kunstgewerblichen Artikeln aus Nicaragua erwies sich leider als zu umständlich, teuer und zeitintensiv. Schnell war daher klar: Es mussten Produkte entwickelt werden, die mit geringem Kostenaufwand in Herne produziert werden können und dennoch einen Bezug zum Partnerland haben.

Als erstes Produkt wurde die scharfe Würzsoße Pili-Pili auf den Weg gebracht. Die Herstellung ist einfach: Geschrotete Chili-Schoten werden mit Olivenöl aufgegossen und mehrere Wochen zum Reifen gelagert. Abgefüllt wird in gebrauchte Schnaps- und Likörfläschchen, die von lokalen Gaststätten zur Verfügung gestellt werden. Die kleinen Fläschchen haben sich binnen kürzester Zeit zu einem echten Renner entwickelt.

Mit Blick auf die neuen Trinkgewohnheiten entwickelte der Arbeitskreis Ometepe die Idee zu einer exklusiven Kaffeesorte, die nicht nur fair gehandelt wird, sondern auch ein qualitativ hochwertiges Aroma bietet. Die pensionierte Lehrerin Dorothe Lahr knüpfte Kontakte zum privaten Kaffeeröster Oliver Hässelbarth in Essen, der sofort in das Projekt einstieg. Hässelbarth importiert die hochwertige, fair gehandelte Bohnensorte aus Nicaragua und röstet diese manuell in seiner Manufaktur. Abgepackt und etikettiert und werden die Bohnen von Schülern in Tüten aus ungebleichtem Karton. Der Kaffee ist im besten Sinne doppelt fair. Der Rohkaffee stammt aus fairem Handel mit dem Frauenprojekt „Flores del Café“ in der Region Jinotega. Zusätzlich geht mindestens ein Euro pro verkauftem Paket (250 Gramm) an Projekte mit der Partnerschule in Nicaragua.

Ein weiteres Standbein der Partnerschaft ist ein Projektkurs in der Sekundarstufe II, der an den Spanisch-Unterricht angebunden ist. Die Schüler erproben ihre Sprachkenntnisse via Internet im Kontakt mit ihren Altersgenossen in Mittelamerika. Eine Arbeitsgemeinschaft in den Jahrgängen 5 und 6 macht sich kundig über Sitten und Gebräuche in der Partnerregion und produziert fleißig die begehrten Pili-Pili-Fläschchen

Quelle: Erich-Fried-Gesamtschule
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