Arbeitslosigkeit auf Rekordtief

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11,3 Prozent betrug die Arbeitslosenquote in Herne zum Jahreswechsel. Trotz aller Erfolge bleibt es dabei, dass die Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessert werden muss. Auch wenn die wirtschaftlichen Prognosen für das Jahr 2018 zunächst gut scheinen, ist in den kommenden Wochen mit einem saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Ein Grund sei, dass am Jahresende viele Zeitverträge auslaufen würden, erklärt Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit.

Mit insgesamt 8769 Arbeitslosen waren im Dezember in Herne 1,4 Prozent weniger Menschen arbeitslos gemeldet als im November, damals betrug die Arbeitslosenquote 11,5 Prozent. Im Dezember 2016 lag die Arbeitslosenquote noch bei 12,4 Prozent.

Trotz der positiven Entwicklung sieht Schmalhorst für Herne große Herausforderungen. Neben der Aus- und Weiterbildung nennt sie als ein wichtiges Ziel die Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit. Tatsächlich ist die Zunahme der Beschäftigung in ganz Nordrhein-Westfalen zu beobachten, aber das Ruhrgebiet und speziell Herne würden dieser Entwicklung immer noch hinterherhinken. Für Herne bedeuten 43413 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einen Anstieg um 533 Personen gegenüber dem Vorjahr.

Knapp 60 Prozent aller Arbeitslosen suchten im vergangenen Jahr in Herne eine Stelle im Helferbereich. Gemessen an der Tatsache, dass sich das Anforderungsniveau in den kommenden Jahren weiter erhöhen dürfte, ist diese Zahl deutlich zu hoch, so die Einschätzung von Schmalhorst. Lediglich gut 36 Prozent aller Arbeitslosen in Herne suchen eine Fachkraftstelle (Bewerber mit abgeschlossener Ausbildung), Spezialisten ( Bewerber mit Hochschulstudium) und Experten (Bewerber mit Ausbildung und Weiterbildung) gibt es wenige.

Wichtige Branchen blieben im abgelaufenen Jahr das Gesundheitswesen, der Einzelhandel und die öffentliche Verwaltung. Der Bereich Lager-Logistik ist eine andere tragende Säule in der Region und wird in den kommenden Jahren noch stärker wachsen. Auffallend ist die gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften im Sozialwesen und auch im Einzelhandel. Dieser Anstieg lässt sich auch durch den Zustrom geflüchteter Menschen beantworten.

Mobilität ist für die meisten Menschen im Ruhrgebiet bereits seit jeher Normalität. So pendelten auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstätte täglich rund 20000 Arbeitnehmer nach Herne. Davon kamen alleine jeden Tag gut 8000 Menschen aus der Nachbarstadt Recklinghausen. Im Gegenzug dazu machten sich im vergangenen Jahr ähnlich viele Menschen täglich auf die Reise in eine benachbarte Stadt im Ruhrgebiet. Die meisten Herner Auspendler führt es täglich mit rund 9300 Personen für einen Job nach Bochum.

Trotz einer leicht wachsenden Beschäftigung und überdurchschnittlich hohen Bereitschaft zum Pendeln weist auch das vergangene Jahr in Herne wieder eine hohe Arbeitslosigkeit auf, wie der Vergleich mit den Nachbarstädten zeigt. Im Jahresdurchschnitt gab es 9335 Personen in der Stadt, die ohne Arbeit waren. Verglichen mit dem Durchschnittswert des letzten Jahres waren das 511 Personen oder gut 5 Prozent weniger.
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Bernhard Ternes aus Marl | 18.01.2018 | 16:38  
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