Arbeitslosigkeit: Bestes Juli-Ergebnis seit 2011

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Die Auswertung der Zahlen für den Juli zeigt erstmals in diesem Jahr deutliche Zeichen einer Sommerflaute: Mit insgesamt 10133 Betroffenen erhöht sich die Arbeitslosigkeit in Herne um 369 Personen. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies eine Steigerung um 3,8 Prozent.

Ein Blick auf die Vorjahre zeigt allerdings, dass es schon deutlich schlechtere Juli-Auswertungen gab. Die aktuellen Zahlen liefern tatsächlich das beste Ergebnis seit fünf Jahren. Zwar ist der Anstieg von Juni auf Juli deutlich höher als im Vorjahr, allerdings lag die Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr mit mehr als 10500 Personen noch höher. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 13,2 Prozent und ist verglichen mit dem Vormonat um 0,5 Prozentpunkte gestiegen. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote bei 13,8 Prozent.

Esther Sondermann, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit in Herne, stuft die Situation nicht als gut aber auch nicht als bedenklich ein. Es handele sich um einen saisontypischen Anstieg der Arbeitslosigkeit: "Wir hatten bereits im letzten Monat mit einer Erhöhung der Arbeitsmarktzahlen gerechnet. Der Anstieg in diesem Jahr setzte recht spät ein, ist aber durchaus normal." Während der Sommerphase steige die Zahl der Arbeitslosen immer an. Schul- und Ausbildungsende und auch die vielerorts noch praktizierten Betriebsferien würden sich in der Statistik niederschlagen. Erfahrungsgemäß bilde sich dieser Anstieg nach dem Ende der Sommerferien recht schnell wieder zurück.

Sondermann betonte, dass die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt nicht leichter würden. Der Wegfall vieler industrieller Arbeitsplätze fordere ein verstärktes Umdenken. Der Schlüssel für eine neue Anstellung setze in vielen Fällen eine Aus- oder Weiterbildung voraus. "Das uns zur Verfügung stehende Stellenangebot ist breit gefächert. Es wird allerdings immer schwieriger, offene Stellenangebote zu besetzen", berichtet die Geschäftsstellenleiterin.

Ausbildungsmarkt bleibt angespannt

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist nicht zufriedenstellend, auch wenn sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage ein wenig mehr geschlossen hat. Insgesamt 1562 junge Frauen und Männer haben sich seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2015 bei der Agentur für Arbeit auf der Suche nach einer Ausbildung gemeldet. Das sind verglichen mit dem Vorjahresergebnis 72 Jugendliche (circa 5 Prozent) mehr.

Den Suchenden stehen in Herne 593 gemeldete Ausbildungsstellen zur Verfügung. Gegenüber dem Vorjahr sind das 70 Stellen (13,4 Prozent) mehr, aber es sind nicht genug. Esther Sondermann rät jedem Jugendlichen sich auch über die Grenzen von Herne zu bewerben: „Auf der Suche nach einer Arbeit oder einer Ausbildung sollte die Stadtgrenze keine Rolle spielen. Oftmals sieht die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in anliegenden Städten schon gleich wieder ganz anders aus.“

Der aktuell veröffentlichter Atlas stellt die Problemtypen des Ausbildungsmarktes vor und belegt: Dieser ist sehr vielfältig. Im Ruhrgebiet gelten folgende Berufe als Optionen mit guten Perspektiven für suchende Jugendliche: Mechaniker, Verfahrensmechaniker, Buchbinder und Drucker, Gießer, Werkzeugmacher und Uhrenmacher, Bauzeichner und Schneider sowie Bäcker, Fleischer, Konditor und Koch. Gute Chancen gibt es auch für Bewerbungen als Dachdecker, Gerüstbauer und Maurer. Zimmerer sind gefragt, ganz sicher IT-Systemkaufleute, Kaufleute für Verkehr und Logistik, aber auch Groß und Außenhandelskaufleute. Die Hotel- und Restaurantbranche bietet im Ruhrgebiet gute Möglichkeiten. Ganz hoch im Rennen stehen immer wieder Hörgeräte-Akustiker und Optiker.

Quelle: Agentur für Arbeit Bochum
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Bernd Blech aus Wanne-Eickel | 31.07.2016 | 11:57  
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