Arbeitslosigkeit: Leichter Anstieg im Februar

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Der Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Winterflaute robust. Gegenüber dem Vormonat hat sich die Anzahl arbeitsloser Menschen in Herne kaum verändert. Zwar weist die Statistik einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Januar auf. Dieser ist jedoch mit 50 Personen oder 0,5 Prozent vergleichsweise gering.

Insgesamt zählt die Agentur für Arbeit über beide Rechtskreise (Agentur für Arbeit und Jobcenter Herne) hinweg im Februar 9858 gemeldete Arbeitslose in Herne. Die Arbeitslosenquote hat sich damit im Vergleich zum Januar nicht verändert und bleibt unverändert bei 12,8 Prozent bestehen. Geschäftsstellenleiterin Esther Sondermann bewertet die Entwicklung zwar nicht zufriedenstellend, betont aber, dass die positiven Signale auf dem Herner Arbeitsmarkt nicht zu vernachlässigen seien: Ein Blick auf das Vorjahr verrät, dass sich in den vergangenen zwölf Monaten die Lage in Herne, trotz anhaltend hoher Arbeitslosigkeit, in jedem Fall verbessert hat. Im Februar vor einem Jahr lag die Anzahl gemeldeter Arbeitsloser noch um 149 Personen oder 1,5 Prozent darüber und die Arbeitslosenquote lag mit 13,1 Prozent noch um 0,3 Prozentpunkte über dem heutigen Wert.

„Wir verzeichnen bereits zum vierten Mal in Folge einen Rückgang der Arbeitslosigkeit für den Monat Februar. Darüber hinaus konnten wir unerwartet früh im Jahr die Zehntausendermarke unterschreiten. Es ist das erste Mal seit zehn Jahren, dass wir im Februar bereits unterhalb dieser Grenze liegen“, fasst Sondermann die Lichtblicke der Monatsbilanz zusammen und ergänzt weiter: „In aller Regel erfährt der Arbeitsmarkt im Februar einen weiteren Einbruch. Die Winterarbeitslosigkeit hält meistens bis März an und die Beschäftigungsmöglichkeiten im Außenbereich sind erfahrungsgemäß um diese Jahreszeit sehr eingeschränkt. Auch das Ausbildungsende zum Dezember macht sich um diese Jahreszeit immer wieder durch eine erhöhten Anzahl arbeitsloser Menschen bemerkbar.“

Von den insgesamt 9858 Arbeitslosen sind rund 57 Prozent Männer und 43 Prozent Frauen. „Der etwas höhere Anteil männlicher Arbeitsloser ist durchaus erklärbar: Ein wichtiger Grund ist sicherlich, dass es immer mehr Männer als Frauen gibt, die im produzierenden Gewerbe tätig sind. In diesem Bereich sind aber inzwischen viele Stellen weggebrochen. Frauen suchen öfters im Dienstleistungsgewerbe oder im kaufmännischen Bereich eine neue Anstellung. Hier ist das Stellenangebot nicht nur größer, hier werden auch öfter neue Beschäftigungen geschaffen“, so Sondermann.

Der Arbeitsmarkt ist jedoch ständig in Bewegung und einem umfangreichen Aus-tausch unterworfen. So meldeten sich im Februar insgesamt 494 Personen (262 aus dem Rechtskreis SGB III und 232 aus dem Rechtskreis SGB II) in direktem Anschluss an eine Erwerbstätigkeit arbeitslos. Im Gegenzug meldeten sich 453 aus der Arbeits-losigkeit ab (229 aus dem Rechtskreis SGB III und 224 aus dem Rechtskreis SGB II) und nahmen im Berichtsmonat wieder eine Erwerbstätigkeit auf. Trotz ständiger Bewegung auf dem Arbeitsmarkt verlief die Entwicklung der Arbeitslosigkeit jedoch in beiden Rechtskreisen recht unterschiedlich: Während die Agentur für Arbeit einen leichten Rückgang um 43 Personen zu verzeichnen hatte, stieg die Arbeitslosigkeit im Jobcenter mit 93 Personen wieder an. „Arbeitslosigkeit hat viele Gründe und wir müssen jeden Kunden individuell betrachten. Langzeitarbeitslose haben es besonders schwer. Nicht selten können wir erst richtig weiterhelfen, wenn wir eine Weiter- oder Ausbildung ermöglichen konnten.“ Von den 9858 gemeldeten Arbeitslosen im Februar sind allein 3.876 Personen langzeitarbeitslos gemeldet. Das sind knapp 40 Prozent aller Arbeitslosen.

Ein Drittel aller Arbeitslosen hat bereits das 50. Lebensjahr überschritten. „Beide Per-sonengruppen, Langzeitarbeitslose wie auch die älteren Arbeitslosen, kämpfen mit vielen Vorurteilen. Die größte Herausforderung ist und bleibt dennoch die Qualifikation. Je höher der Grad der Ausbildung ist, desto größer ist die Chance, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, so Esther Sondermann.

Dass die Nachfrage nach gut ausgebildeten Arbeitskräften ungebrochen ist, zeigen einmal erneut die Stellenzugänge im Februar: Insgesamt 379 neue Stellen wurden dem Arbeitgeber-Service gemeldet. Das ist gegenüber dem Vormonat ein Plus von 218 Stellen oder 135 Prozent. Der Blick auf das Vorjahr zeigt ebenso eine deutliche Verbesserung der Fachkräftenachfrage. Insbesondere aus dem Bereich Handel, Dienstleistung und aus dem Gesundheits- und Sozialwesen kommen die Nachfragen. Im Februar vor einem Jahr waren es verglichen mit heute 158 Stellenzugänge weniger.
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