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Herne bleibt bei Urlaubern und Geschäftsreisenden ein beliebtes Ziel. Im vergangenem Jahr wurden 68000 Übernachtungen gezählt. (Foto: Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten)

Herne bleibt bei Urlaubern und Geschäftsreisenden ein beliebtes Ziel. Auf 68000 Übernachtungen kam die Stadt im vergangenen Jahr. Gegenüber 2015 war das ein Zuwachs um 3,7 Prozent.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes erlebte die Tourismusbranche in Nordrhein-Westfalen mit knapp 50 Millionen Übernachtungen das siebte Rekordjahr in Folge. „An der guten Bilanz haben die Beschäftigten in Hotels, Pensionen und Gaststätten einen enormen Anteil“, betont Yvonne Sachtje, Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) im Bezirk Ruhr. Angesichts schon jetzt großer Belastungen seien Forderungen nach immer längeren Arbeitszeiten daher „vollkommen fehl am Platz“.

Verschiedene Arbeitgeberverbände hatten gefordert, die tägliche Höchstarbeitszeit durch ein maximales Wochenpensum zu ersetzen. Die NGG spricht von einem Irrweg: Jeder, der im Gastgewerbe arbeite, wisse, dass Überstunden gerade in der Hochsaison dazugehören. Das Arbeitszeitgesetz sorge aber dafür, dass das für den Einzelnen erträglich bliebe. Das Gesetz schreibt eine Regelarbeitszeit von acht Stunden täglich vor. In klar geregelten Ausnahmefällen kann sie auf zehn Stunden ausgedehnt werden.

Nach den Vorschlägen der Arbeitgeber wären extrem lange Schichten möglich, befürchtet die Gewerkschaft. „Ein 12-Stunden-Einsatz an der Rezeption oder im Ausschank haut aber jedem die Füße weg“, so Sachtje. Ob die Betriebe solche Arbeitszeiten bräuchten, sei fraglich. Flexibilität habe für die Gastro-Mitarbeiter schon immer zum Job gehört.

Andernfalls hätten die Übernachtungsbetriebe dort kaum so viele Menschen empfangen können wie im letzten Jahr, ist sich Sachtje sicher. „Die Umsätze in der Beherbergung und in der Gastronomie steigen seit Jahren kräftig an. Statt den Arbeitsdruck weiter zu erhöhen, ist es Zeit, mehr Menschen einzustellen und die Leistung der Beschäftigten stärker anzuerkennen.“ Allein im vergangenen Jahr stieg der Umsatz im nordrhein-westfälischen Gastgewerbe nach amtlicher Statistik um drei Prozent. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche ging dagegen um 1,4 Prozent zurück.
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