Der Radfahrer ist zurück auf der Straße

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Die Rathausstraße in Wanne gilt als ein gelungenes Beispiel für die Integration des Radverkehrs in den motorisierten Verkehr.

Viel ist in Herne in den vergangenen Jahren unternommen worden, um die Stadt für Fahrradfahrer attraktiver zu machen. Radstreifen auf Straßen sind nur ein sichtbares Zeichen dieser Bemühungen.

Die Anstrengungen für den Radverkehr haben sich ausgezahlt. Herne bleibt bis zum Jahr 2021 Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen (AGFS). Nicht jede Stadt habe die Auflagen erfüllen können, berichtet Umweltdezernent Karlheinz Friedrichs. Marl wurde aus dem Verbund ausgeschlossen, Dortmund und Düsseldorf hätten nachbessern müssen.

Ausgerechnet in der nicht tadellosen Landeshauptstadt wurden Anfang des Monats die Urkunden über den Verbleib in der AGFS an insgesamt 34 Kommunen übergeben. Herne überzeugte mit einer Präsentation, welche die prominentesten Maßnahmen für den Radverkehr seit Beginn der Mitgliedschaft im Jahr 2007 vorstellte.

Dazu gehört zum Beispiel die Einrichtung einer eigenen Bahn für Radfahrer auf der Rathausstraße. Josef Becker, Leiter des Tiefbau- und Verkehrsamtes: „Alle haben Angst, dass der Verkehr zum Erliegen kommt, wenn Straßen von vier auf zwei Spuren umgebaut werden. Heute sagt die Politik: das funktioniert.“

Untersuchungen belegen, dass das Risiko für Radfahrer abnimmt, wenn sie nicht grundsätzlich vom motorisierten Verkehr getrennt werden. Diese Entwicklung ist auch in Herne zu beobachten. Obwohl die Radfahrer verstärkt zurück auf die Straße geholt werden, ist die Zahl der Unfälle, an denen sie beteiligt waren, zurückgegangen. 2013 verringerte sie sich gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent. Dieser positive Trend dürfte sich fortsetzen.

50000 Euro pro Jahr für den Radverkehr

Selbst auf Verkehrswegen, die nicht der Stadt gehören, macht das Herner Beispiel Schule. Becker verweist auf die vom Land unterhaltene Berliner Straße, auf der Radfahrern nun ebenfalls mehr Raum eingeräumt werde. Die Öffnung von Einbahnstraßen gehört ebenso zum Maßnahmenkatalog wie der Aufbau des Fahrradverleihsystems „Metropolradruhr“, die Aufstellung von Parkständern im gesamten Stadtverkehr und öffentlichkeitswirksam auf der Cranger Kirmes. Insgesamt stehen dem Fachbereich Tiefbau und Verkehr pro Jahr 50000 Euro zur Verfügung, die aber auch für den Erhalt der Infrastruktur verwendet werden müssen.

Zukünftig soll unter anderem der Radverkehr mit dem öffentlichen Personennahverkehr besser verzahnt werden. Ein weiterer Punkt: Schnelle Fortbewegung auch ohne Motor gewährleisten stillgelegte Bahntrassen, die für den Radverkehr präpariert werden. Hier wolle man das Netz enger spannen, verspricht Becker. Bereits freigegebene Strecken sollen verbessert werden. So könnte auf dem Abschnitt der Erzbahntrasse, der parallel zum Hüller Bach in Richtung Rhein-Herne-Kanal verläuft, der Schotter eventuell dem Asphalt weichen. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen, um Herne als fahrradfreundliche Stadt zu erhalten.
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6 Kommentare
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Matthias Meier aus Ennepetal | 10.12.2014 | 14:55  
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Elmar Koenig aus Herne | 10.12.2014 | 15:04  
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Matthias Meier aus Ennepetal | 10.12.2014 | 15:16  
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Elmar Koenig aus Herne | 10.12.2014 | 15:27  
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Bernfried Obst aus Herne | 11.12.2014 | 14:03  
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Matthias Meier aus Ennepetal | 11.12.2014 | 14:09  
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