Ein Schulterschluss des Bergbaus

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Über das Projekt der RAG-Stiftung informierten sich einige Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie verschiedener Verbände, darunter Oberbürgermeister Frank Dudda (Fünfter vvon links) und die Bundestagsabgeordnete Michelle Müntefering (Vierte von rechts). (Foto: RAG)

In den Räumen der Hiberniaschule werden junge Flüchtlinge für das Leben in Deutschland fit gemacht. Das Projekt startete im März und dauert zehn Monate. Bis Dezember nehmen 37 junge Männer und Frauen an Sprachkursen, Berufsfelderkundung und berufspraktischen Tätigkeiten in der Hiberniaschule teil.

Auf dem Programm stehen darüber hinaus Projekte zum interkulturellen Austausch. Ziel ist es, den Teilnehmern eine dauerhaft selbstständige Lebensführung in Deutschland zu ermöglichen. Um auf die großen Unterschiede im Bildungsniveau der Teilnehmer aus Ländern wie Syrien und Irak einzugehen, findet das Projekt in zwei unterschiedlichen Leistungsgruppen statt. Flüchtlinge, die das lateinische Alphabet nicht oder nur unzureichend kennen, werden schrittweise auf ein deutsches Niveau gebracht, das es ihnen erlaubt, sich in Alltagssituationen zu verständigen. Teilnehmer, die bereits über grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen, werden zu einem Niveau geführt, das eine sichere Verwendung der deutschen Sprache im Alltag und erste beruflich relevante Sprachkenntnisse ermöglicht. Die Teilnehmer können dies mit einem Sprachzertifikat belegen. Dadurch sollen ihre Chancen auf einen Arbeits‐ oder Ausbildungsplatz gesteigert werden.

Das Projekt unter dem Titel "Schulterschluss des Bergbaus" wird von der RAG‐Stiftung finanziert und von der RAG-Aktiengesellschaft mitgetragen. "Wir möchten in dieser herausfordernden gesamtgesellschaftlichen Situation Verantwortung übernehmen und gleichzeitig an die traditionsreiche Integrationsleistung des Bergbaus anknüpfen", erklärt Bärbel Bergerhoff‐Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG‐Stiftung. Sie verweist auf die durch den Bergbau über viele Generationen erbrachten Integrationsleistungen.

Hermann Oecking (Geschäftsführer TÜV Nord Bildung) äußert sich positiv über die ersten Eindrücke nach dem Start des Projektes vor fast sechs Monaten: "Viele Flüchtlinge sind hoch motiviert und wissbegierig, müssen sich jedoch in einer völlig neuen Lebens‐ und Berufswelt zurechtfinden." Durch die intensive Betreuung in den Kleingruppen könne gerade die Sprachförderung zielstrebig und erfolgreich gelingen. Dies gelinge bei einer Gruppe von Teilnehmern besonders gut, weil diese in ihrer früheren Heimat bereits eine schulische Bildung mit Fremdsprachenunterricht erfahren haben.

Der "Schulterschluss des Bergbaus" ist ein speziell für Flüchtlinge entwickeltes Bildungsprojekt der RAG‐Stiftung und der RAG in den Bergbauregionen in NRW und im Saarland. An den Standorten Bergkamen, Herne, Ibbenbüren, Kamp‐Lintfort und Völklingen‐Fenne stellt die RAG‐Stiftung dafür insgesamt bis zu 1,5 Millionen Euro bereit. Durchgeführt wird das Projekt vor Ort vom TÜV Nord Bildung. Lehrer, Ausbilder, Sozialpädagogen, Sprachtrainer und Psychologen arbeiten Hand in Hand, um insgesamt 150 Flüchtlinge zu betreuen. Im Fokus der Maßnahme stehen Flüchtlinge im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, die über eine gute Bleibeperspektive in Deutschland verfügen.
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