Fellows erhöhen Bildungschancen benachteiligter Schüler

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Reiner Jorczik (v.l.), Leiter der Realschule Crange, Fellow Sawas Amanatidis, Fellow Andreas Kawohl und Udo Müller, Leiter der Mont-Cenis-Gesamtschule, freuen sich über den Erfolg des Fellow-Projekts an den beiden Schulen. (Foto: Vera Demuth)

„Jedes Kind kann und soll einen Schulabschluss schaffen“, benennt Ruth-Anne Damm von Teach First Deutschland die Vision der gemeinnützigen Bildungsorganisation. Um dies auch Herner Schülern zu ermöglichen, unterstützt Teach First seit zwei Schuljahren den Einsatz von zwei sogenannten Fellows. Diese kümmern sich an der Realschule Crange sowie an der Mont-Cenis-Gesamtschule gezielt um benachteiligte Jugendliche, um deren Bildungschancen zu erhöhen.

Diese Schulen seien vor zwei Jahren für das Projekt, das zum Ende des Schuljahres ausläuft, ausgewählt worden, „weil sie sehr heterogen sind“, erklärt Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff. Von den Fellows habe man sich erhofft, dass sie Schüler anders motivieren können, als dies Lehrer könnten, und zugleich auch den Schulen Impulse geben könnten.

Teamteaching zusammen mit einem Lehrer, Förderunterricht (vor allem Sprachförderung) und freie Projektarbeit gehören zu den Hauptaufgaben der Fellows. Um einen Zugang zu den Schülern zu bekommen, habe es sehr geholfen, „dass ich nicht Teil des Systems war, sondern von außen kam“, erzählt Fellow Sawas Amanatidis, der an der Realschule Crange eingesetzt war.

Andreas Kawohl berichtet über seine Arbeit an der Mont-Cenis-Gesamtschule, dass ein Vorzug eines Fellows sei, dass dieser flexibel sei und „so arbeiten kann, wie es gebraucht wird“. Auf diese Weise konnte er etwa eine Schülerin so fördern, dass ihr zuvor sehr niedriges Leseverständnis nun auf dem Stand ihrer Mitschüler ist. „Er hat die Zeit“, schildert Udo Müller, Leiter der Gesamtschule, einen weiteren Vorteil des Fellows. „Diese intensive 1:1-Betreuung kann kein Lehrer leisten. Da stoßen wir an die Grenzen des Schulsystems.“

Finanziert wird der Einsatz der beiden Fellows nicht nur vom Land, sondern auch von der Stadt Herne mit ihren Partnern, den Sponsoren. Dies sind die Bildungs- und Erziehungsstiftung der Herner Sparkasse, der Lions Club Herne-Emschertal, der Rotary Club Herne Luna sowie die Gesellschaft für Integrationsarbeit Herne. Diese erfolgreiche Methode der kommunalen Mitfinanzierung hat über Hernes Grenzen hinaus Früchte getragen, denn das Land stockte die Anzahl der Fellows in NRW von 30 auf 48 auf.

Zudem gibt es seit Beginn dieses Schuljahres zwei weitere Fellows quasi als Honorierung für Herne: an der Hans-Tilkowski-Schule sowie an der Gesamtschule Wanne-Eickel. Sie werden ausschließlich vom Land finanziert.

Aus Sicht der Sponsoren ist es nicht ausgeschlossen, auch zukünftig noch einmal das Fellow-Projekt zu unterstützen. Ganz konkret müssen die Realschule Crange und die Mont-Cenis-Gesamtschule aber ab dem kommenden Schuljahr ohne Fellows auskommen, wobei Sawas Amanatidis der Cranger Schule als Pädagoge erhalten bleibt, wenn er seine Lehrerausbildung abgeschlossen haben wird. „Andreas Kawohl hinterlässt eine Diagnose“, erläutert Udo Müller, wie es an der Mont-Cenis-Gesamtschule weitergehen wird. Die benachteiligten Schüler seien nun bekannt und der Blick für sie geschärft. „Es wird die Aufgabe der Lehrer und der Schulsozialarbeit sein, diese Schüler enger zu begleiten“, blickt der Schulleiter in die Zukunft.

Artikel von Vera Demuth
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