Gekko: Millionen-Grab statt Top-Rendite

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Eine weitere Hiobsbotschaft für unsere Stadt. Kräftige Gewinne abwerfen sollte die Investition der Stadtwerke in ein Steinkohlekraftwerk in Hamm. Nun wird es wohl ein Millionen-Verlust.

Vor sieben Jahren (2008) stiegen die Stadtwerke Herne zusammen mit weiteren 22 Stadtwerken mit insgesamt 506.000.000 Euro und damit 23 Prozent von 2,2 Milliarden Euro in das RWE-Steinkohlekraftwerk in Hamm ein. Erwartet wurde eine Rendite von bis zu 6,5 Prozent für die gesamte Laufzeit des Kraftwerks, die wegen technischer Probleme bisher noch nicht erzielt wurde, da außerdem auch erst einer von zwei Blöcken in Betrieb ist. Ab 2013, so das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am letzten Wochenende in einem Vorabbericht, brachen die Preise für Großhandelsstrom derart massiv ein, dass sich das damals ans Netz gegangene Kraftwerk laut Spiegel recht bald zum Millionengrab entwickelte.
Die Nachbarstadt Bochum war mit 47.220.000 (2,16 Prozent) dabei, die westfälische Landeshauptstadt Münster immerhin noch mit 40.000.000 Euro. Aus Herne flossen 17.160.000 Euro (0,78 Prozent Beteiligung) in das ab 2008 so genannte „Gekko-Projekt“.

17,16 Millionen Euro
Verlust für Herne


Die durch die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Markt für Großhandelsstrom ausgelöste Krise sorgte schließlich dafür, dass die Anteile der 23 Kommunen wertlos wurden. Zum Teil mussten die entstandenen Verluste bereits abgeschrieben werden, wie aus Münster bekannt wurde. Nun ist laut Spiegel ein kompletter Ausstieg aller 23 beteiligten Städte und Gemeinden aus dem Hammer Kraftwerksprojekt möglich. Gegen Zahlung eines symbolischen Euro könne jede Beteiligung an die RWE zurückgegeben werden, soll RWE den 23 beteiligten Stadtwerken als Ausstiegsmöglichkeit angeboten haben.
Doch über den endgültigen Ausstieg ist noch keine Entscheidung gefallen. RWE und die an dem Projekt beteiligten 23 Stadtwerke verhandeln noch über unterschiedliche Möglichkeiten, wie weiter mit dem Projekt verfahren werden soll. Wie hoch ein möglicher Verlust ausfällt, lässt sich darum zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, so Stadtwerke-Sprecherin Angelika Kurzawa. Ein Blick der Herner Verantwortlichen, die bereits seit mehreren Jahren durch das Hammer Projekt, aber auch ein Kraftwerk in Lünen jährlich in Millionenhöhe belastet werden, in die Zukunft sieht so aus: „Die Probleme des Gekko-Projekts bestehen auf zwei Ebenen. Einmal die steigenden Kosten aufgrund technischer Probleme und dementsprechend zeitlicher Verzögerungen. Und zweitens die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit des Hammer Kraftwerks durch die Strompreisentwicklung. Deshalb, so die Stadtwerke, würde durch entsprechende Rückstellungen diesem insgesamt kontinuierlichen Prozess Rechnung getragen. Helge Kondring
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