Goldene Zeiten für die Lebenswelten

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Ausflüge in die Welt des Tanzes und der Schauspielerei sind für viele Kinder ganz neue Erfahrungen. (Foto: Horst Martens/Stadt Herne)
 
Die Mont-Cenis-Gesamtschule präsentierte den Aufbau eines Hochbeetes. (Foto: Horst Martens/Stadt Herne)

Hier ist der Idealzustand erreicht: Fünf Schüler und ein Trainer widmen sich einem Thema. An einem entsprechenden Projekt mit dem Titel "Lebenswelten aktiv gestalten" beteiligen sich die Mont-Cenis-Gesamtschule, die Realschule Sodingen und die Hans-Tilkowski-Schule.

Insgesamt 232 Schüler aus Herne kommen in den Genuss dieser besonderen Zuwendung. Dabei handelt es sich um alle Schüler eines Jahrgangs. Die kompletten fünften Klassen der drei Schulen starten in diesem Jahr mit einer Projektwoche und übernehmen das Vorhaben mit in die sechsten Klassen. Die derzeitige Projektwoche soll für nächstes Jahr motivieren.

Bei einer Auftaktveranstaltung erhielten die Besucher einen Eindruck, in welche Richtung es gehen soll. Die Mont-Cenis-Gesamtschule präsentierte Tanz, Beatboxen, den Aufbau eines Hochbeetes, eine Foto-Gruppe und eine Graffiti-Aktion. Der Schwerpunkt liegt auf kultureller Bildung. „Die Kinder bekommen Einblicke in neue Welten“, sagt Schulleiterin Sylke Reimann-Perez, „und dies als Teil des Schulunterrichts und unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.“

Im nächsten Schuljahr werden die 232 Schüler in kleinen Gruppen mit höchstens fünf Kindern von insgesamt 45 Personen betreut, die vom Caritasverband und der Gesellschaft freie Sozialarbeit (GfS) gestellt werden. Wöchentlich werden sie 90 Minuten lang an ihren personalen und künstlerischen Kompetenzen arbeiten. "Die Kleingruppen gewährleisten, dass jedes Kind die Aufmerksamkeit und Wertschätzung erhält, die ihm zusteht", sagt Rainer Hanses vom Bildungszentrum des Handels, das die Federführung des Projekts übernimmt. "Das Ziel ist, den Kindern den Rücken zu stärken, das Selbstbewusstsein und das Sozialverhalten zu stärken." Dabei geht es auch darum, die Schüler zur Ausbildungsreife zu führen und ihnen den Einstieg in die Berufsorientierung zu erleichtern. Das Bildungszentrum des Handels leitet dasselbe Projekt in elf anderen Städten des Ruhrgebiets. 750000 Euro kostet es allein in Herne.

Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff unterstreicht: "Eine starke Motivation und eine starke Persönlichkeitsentwicklung sind wichtig für Schüler, die aus schwierigen Lebensverhältnissen kommen." Thierhoff lobte die Qualität der GfS und des Caritasverbandes: "Wir haben kompetente Träger gefunden. Daraus kann sich eine nachhaltige Zusammenarbeit entwickeln." Auch in der Stadtverwaltung sei gute Arbeit geleistet worden. Die individuelle Unterstützung hob Thierhoff ebenfalls hervor: "Eins zu fünf, das ist ein unglaublicher Betreuungsschlüssel." Gisberg Luig (GfS) sprach sogar von goldenen Zeiten. Die ausgewählten Kinder bekämen auf diese Weise eine besondere Vorbereitung auf das spätere Berufsleben.

Oft sind es Studenten mit einem pädagogischen Schwerpunkt, die die Schüler betreuen. Aber es wurden auch Fachkräfte vom Theater Kohlenpott und vom Verein Pottporus eingekauft sowie eine Kunsttherapeutin. Trotz eines gewissen Freiraumes gibt es genau formulierte Vorgaben. "Hinter dem Projekt steckt ein pädagogisch ausgefeiltes Handbuch", so Dietmar Jäkel vom Bildungsbüro.

In der Hans-Tilkwoski-Schule liegt die Projektwoche, die als Initialzündung dienen soll, schon zwei Wochen zurück. Das Fazit von Lehrer Tim Döring: "Die tatsächliche Lebenswelt der Schüler bezieht sich auf die Schule, dann gehen sie nach Hause, setzen sich vor PC oder Spielkonsole. Wenn jemand im Sportverein ist, das ist ein Luxus. Aber diese eine Woche hat Lust gemacht: Das waren tolle Erfahrungen. Tanz, Schauspiel und Kostümbildung - das war mal ganz was anderes. Die Schüler haben gefragt: War es das schon oder geht es weiter?" Die Antwort lautet: Es fängt erst so richtig an. Und dauert drei Jahre.

Quelle: Presseamt Stadt Herne
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