Herne - Erhöhung der Hundesteuer für sogenannte Anlagehunde gerechtfertigt?

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Kampfschmuser sind ebenso betroffen.
 
Hundehaus, dringende Reparaturen sind fällig.
 
W. Scheibel hat ein ungutes Gefühl was die geplante Hundesteuer für Anlagehunde betrifft.
Diese Nachricht dürfte so mancher Familie in Herne das Weihnachtsfest gründlichst vermiesen: 
Die Stadt Herne plant die Erhöhung der Hundesteuer für sogenannte Anlagehunde (Bsp. Pitbull, Rottweiler, Staffordshire Bullterrier, Old English Bulldog,...)  ab dem 01.Januar 2018.
Bisher zahlten alle Hundehalter knapp 150,- Euro Steuern jährlich für einen Hund. Dies soll sich nun ändern, denn Halter sogenannter Anlagehunde müssten, sollte das Vorhaben der Stadt Herne entschieden werden, ab dem 01. Januar 2018 für einen Hund knapp 700,- jährlich aufbringen.
Hier stellt sich die Frage nach dem Warum? Zur Zeit sind in Herne 140 Hunde als Listenhunde gemeldet, die allein aufgrund ihrer Rasse gesonderten Auflagen unterstellt sind und diese auch erfüllen. Das sind Hunde, die in Familien leben und sozial integriert sind. Die Stadt Herne setzt sich zum Ziel, mit Hilfe der gesonderten Steuer, die Anzahl der "Kampfhunde" im Stadtgebiet zu reduzieren. Als zweiten Grund werden die dadurch entstehenden Mehreinnahmen von etwa 90.000 Euro pro Jahr angegeben.
 
Herne hat ca.160.000 Einwohner, somit hat nicht einmal jeder tausendste Bürger einen Anlagehund. Das Ziel, diese Hunde im Stadtgebiet weiter zu reduzieren und das Gefahrenpotenzial einzuschränken, ist demnach einfach nur sinnlos und geht am eigentlichen Ziel, die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Anlagehunde zu reduzieren, vorbei. Denn Hundehalter, die ihren "Kampfhund" unangemeldet halten, werden auch mit der Erhöhung der Hundesteuer nicht erfasst. Zudem ist in Herne  kein einziger Beißvorfall, der von Anlagehunden ausgegangen ist, bekannt. Warum besteht also in Bezug auf alle gemeldeten Tiere Handlungsbedarf? Und warum ausgerechnet vor Weihnachten, in so kurzer Zeit? Hier unterstelle ich der Stadt Herne eindeutig Geldgier. Die Kassen müssen gefüllt werden, egal wie. Der Herner Bürger darf für etwas sinnloses zahlen. Die dadurch entstehenden Mehreinnahmen sind ein Tropfen auf dem heißen Stein und machen Familien unglücklich. Das die Stadt diese Verordnung so schnell wie möglich durchbringen will, spricht für die Geldgier. Denn "schnell mal eben so" ganz und gar Sinnloses durchgesetzt, erstickt den Widerstand der Bevölkerung.

Wolfgang Scheibel vom Tierschutzverein Herne-Wanne befürchtet, dass Halter dieser Hunderassen zukünftig nicht in der Lage sein werden, den monatlichen Mehraufwand von fast 60,-Euro, allein aufgrund der Erhöhung der Hundesteuer, aufzubringen und der Hund somit aus der Familie gerissen werden könnte. Zum Mehraufwand gesellen sich Futter- und Tierarztkosten, da ist die Familienkasse schnell über dem Limit. Familien, in denen der Hund integriert lebt, müssen die soziale Bindung kappen und den Hund schlimmstenfalls ins Tierheim geben. Ein Horrorszenario für alle Hundeliebhaber. Wie bringt man seinen Kindern so kurz vor Weihnachten bei, dass der geliebte Hund, der für ein soziales Miteinander wichtig ist, nicht mehr lange am Familienleben teilnehmen kann? Hier werden ggf. Bindungen gekappt, die seit Jahren gefestigt sind, Lebensqualität wird zerstört!
Hunde, die aufgrund dieser Erhöhung die bisher sichere, soziale Bindung verlieren und im Tierheim landen, werden selten bis garnicht vermittelt, müssen ein Leben auf Beton fristen und verstehen die Welt nicht mehr. Trauer, Angst, Unsicherheit prägt dieses Hundeleben und macht eine erfolgreiche Vermittlung so gut wie unmöglich. Jeder Tierliebhaber weiß, dass Hunde Gefühle, eine Seele haben, die genauso gepflegt werden muss wie die des Menschen, denn Hunde sind Lebewesen und keine Ware.
W. Scheibel befürchtet, dass die Tierheime mit einem erhöhten "Kampfhundebestand" und einer erhöhten Verweildauer rechnen müssen. Hinzu kommt, dass für jeden im Tierheim aufgenommenen Hund ein Tagessatz von 16,- Euro fällig ist, gezahlt durch die Stadt Herne. Das Tierheim Herne-Wanne nimmt allerdings erst beschlagnahmte Hunde auf, wenn das Tierheim Gelsenkirchen voll  ist, denn der Kooperationsvertrag der Stadt Herne besteht mit dem Tierheim  Gelsenkirchen. Sollte die Erhöhung der Hundesteuer wirklich beschlossen werden, sind die geplanten Mehreinnahmen von etwa 90.000 Euro jährlich schnell wieder aufgebraucht. 
Deshalbt spricht sich W. Scheibel für einen Bestandsschutz aus, der bereits gemeldete Hunde von der Erhöhung der Steuer befreit. Somit wäre das Familienleben nicht gestört, der Hund könnte in der Familie bleiben. Schließlich gibt es die Landeshundeverordnung nicht erst seit gestern, an die sich alle Halter der gemeldeten Anlagehunde halten.
Wer die Geschichte der Kampfhunde kennt, so W. Scheibel, der weiß, dass Hunderassen wie der Staffordshire Bullterrier oder der Old English Bulldog, die Hunde der armen Leute in Großbritannien waren. Sie lebten integriert in Großfamilien inmitten des Alltags.
Jeder Hund kann zu einer Waffe werden, daran gibt es keinen Zweifel. Jedoch muss gesagt werden, dass es mit der Erhöhung der Hundesteuer für diese Rassen, die falschen Tiere trifft. Hier werden Halter und Hunde zum Opfer, die die Auflagen der Landeshundeverordnung erfüllen. Somit ist das Vorhaben der Stadt Herne in keinster Weise gerechtfertigt!
Nicht unerwähnt bleiben soll die Rolle des Tierheims Gelsenkirchen, das für alle durch das Ordnungsamt Herne beschlagnahmten Tiere zuständig ist. Eine nicht unerhebliche Anzahl an Anlagehunden verweilen bereits im hiesigen Tierheim. Die Zahl, die dann noch hinzu käme, macht die Situation des Heimes, dass sich um Vermittlung bemüht, nicht einfacher.

In eigener Sache:
Ich las von der geplanten Erhöhung der Hundesteuer für "Kampfhunde" nach meinem Nachtdienst und konnte dann nicht mehr schlafen (kann man die Stadt Herne aufgrund dieser Körperverletzung verklagen?).
Da ich selbt fast 16 Jahre lang das Glück hatte, einen Rottweiler-Mix in meiner Familie zu haben, der Begleiter, bester Freund, Seelenverwandter, Kindersitter war, liegt mir dieses Thema besonders am Herzen.
Einen Tag später schrieb ich eine Mail an Herrn Scheibel vom Herne-Wanner Tierschutzverein. Zwei Tage später durfte ich ihn und seine Frau im Tierheim Herne-Wanne besuchen. Leider bestätigte Herr Scheibel meine Befürchtungen.
Auch durfte ich erfahren, dass die Spendenbereitschaft in Bezug auf Sachspenden konstant geblieben ist. Dafür ein herzliches Dankeschön an alle Spender.
Leider aber sind die Geldspenden mit den Jahren enorm zurück gegangen, sodass gerade am Hundehaus fällige Reparaturen auf das mindeste reduziert werden müssen. 
Deshalb meine Bitte: Auf der Internetseite des Tierschutzvereins Herne-Wanne ist die Bankverbindung des Vereins zu finden. Bitte spendet, jeder noch so kleine Betrag hilft. 

Es ist das erste Mal, dass ich mich an ein so ernstes Thema heran wage. Normalerweise genieße ich das Leben und freue mich der Dinge, die da kommen. Leider freue ich mich bei diesem Thema überhaupt nicht, im Gegenteil, es bedroht mein heiteres Gemüt. 
Ziel ist es, die Stadt Herne dazu zu bringen, den Bestandsschutz in ihren Plänen zur Einführung der "Kampfhundesteuer" zu berücksichtigen.
Deshalb, bitte teilt diesem Beitrag so oft es geht, überall.
Herzlichen Dank.
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11 Kommentare
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Christoph Niersmann aus Hilden | 05.12.2017 | 14:18  
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Nadine Kolp aus Herne | 05.12.2017 | 14:22  
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Bernfried Obst aus Herne | 05.12.2017 | 20:17  
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Nadine Kolp aus Herne | 05.12.2017 | 20:25  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 05.12.2017 | 20:27  
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Nadine Kolp aus Herne | 05.12.2017 | 21:15  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 05.12.2017 | 21:30  
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Anke Müller aus Mülheim an der Ruhr | 06.12.2017 | 09:10  
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Nadine Kolp aus Herne | 06.12.2017 | 09:21  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 06.12.2017 | 09:46  
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Nadine Kolp aus Herne | 06.12.2017 | 10:28  
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