Kein Klimawandel für den Radverkehr in Herne

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Herne tut zu wenig gegen Falschparker auf Radwegen – in diesem Punkt erhielt die Stadt im Fahrradklimatest lediglich die Note 4,5.

Beim Fahrradklimatest des ADFC erreicht Herne die Gesamtnote 3,69. In der Rangliste der Städte von 100 000 bis 200 000 Einwohnern belegt Herne mit diesem Ergebnis Platz zehn.

Unter den Ruhrgebietsstädten vergleichbarer Größenordnung erreicht Herne bei der Bewertung durch den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) hinter Hamm (Rang 8, Gesamtnote 3,56) das zweitbeste Ergebnis. Aus der Region folgt Moers auf Rang 12 mit der Gesamtnote 3,71. Ebenfalls in dieser Kategorie vertreten sind Bottop (19/3,82), Mülheim an der Ruhr (20/3,88), Recklinghausen (25/3,95) und Hagen, das unter den 37 Städten in dieser Kategorie mit der Gesamtnote 4,72 den letzten Platz belegt.

Unter den Städten mit 100 000 bis 200 000 Einwohnern schnitten Erlangen (3,28), Oldenburg (3,32) und Ingolstadt (3,33) bundesweit am besten ab. In der Kategorie der Städte mit mehr als 200 000 Einwohnern verteidigte Münster die Spitze mit der Gesamtnote 2,50 mit deutlichem Abstand vor Karlsruhe (3,21) und Freiburg (3,32). Hier findet sich Oberhausen als beste Stadt aus dem Ruhrgebiet mit der Gesamtnote 3,58 auf Rang 7 wieder. Zehn Plätze dahinter folgt Gelsenkirchen mit der Gesamtnote 3,88. In der zweiten Hälfte der Rangliste landeten Essen und Dortmund (beide 4,00), Duisburg (4,05) und Bochum (4,38). Schlechter als der südliche südlichen Nachbar von Herne schnitten lediglich Mönchengladbach und Wiesbaden ab.

Gegenüber dem letzten Fahrradklimatest, der 2012 erhoben worden war, zeigten sich in Herne keine großen Veränderungen. Grundlage für die Bewertung waren 227 geführte Interviews. Fünf Kategorien an Fragen waren vom ADFC entwickelt worden. In sämtlichen Kategorien lagen die Noten für Herne über dem Mittelwert; am deutlichsten in den Fragen zur Infrastruktur des Radverkehrsnetzes. Hier erreichte Herne eine 2,9 gegenüber dem Mittelwert von 3,31.

Radfahrer wünschen sich mehr Sicherheit

Schlecht (aber immer noch überdurchschnittlich) bewertet wurde die Kategorie „Stellenwert des Radverkehrs“ mit der Note 4,2 (Mittelwert 4,27). Bewertet wurde ferner in den Kategorien „Fahrrad- und Verkehrsklima“ (3,5 gegenüber 3,7), „Sicherheit beim Radfahren“ (3,8 gegenüber 4,05) und „Komfort beim Radfahren“ (4,0 gegenüber 4,22).

Insgesamt verteilten sich 27 Fragen auf diese fünf Kategorien. Die schlechteste Note vergaben die Befragten für die Führung an Baustellen. Die Durchschnittsnote von 4,6 bewegt sich dabei immer noch über dem Mittelwert von 4,71. Kritisiert wurden außerdem der Winterdienst auf Radwegen (4,5), die Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen (4,5) und die Ampelschaltungen für Radfahrer (4,4). Positiv hoben die Befragten die Erreichbarkeit des Stadtzentrums (2,6) und die Möglichkeit hervor, zügig voran zu kommen (2,7). Auch das Angebot an öffentlichen Rädern erhielt mit der Note 2,8 eine gute Bewertung. Gerade in dieser Frage haben andere Städte enormen Nachholbedarf, wie der Mittelwert von 4,19 zeigt.

Lediglich bei drei Fragen erreichte Herne Noten unter dem Mittelwert. Demzufolge ist nicht nur der Winterdienst (4,5 gegenüber 4,29) verbesserungswürdig, sondern die generelle Reinigung der Radwege (4,1 gegenüber 4,04). Ein großes Ärgernis sind Fahrraddiebstähle (4,1 gegenüber 3,98).
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