Keinen Cent Steuer- oder Stiftungsmittel für den Förderturm Pluto

Anzeige
Vorab dies ist kein Angriff gegen die verdienten Bergleute oder unsere Industriegeschichte der letzten (1844 - 1974) 130 Jahre.

Es ist ein Pamphlet für die Abwägung. Er wendet sich dagegen, dass der geforderte, kurzsichtige Erhalt eines Förderturms aus unseren Steuergeldern möglicher Weise subventioniert wird. Selbst die Gelder der RAG Stiftung könnten sinnvoller in Herne angelegt werden als in Farbe.

Im Jahre 1953 schufen die Industriearchitekten Fritz Schupp und Martin Kremmer für den ehemaligen Schacht 3 des Bergwerks Pluto ein „modernes“ Fördergerüst. Aber neben diesem Doppelstrebenbockgerüst in Wanne stehen nur wenige Kilometer entfernt zwei baugleiche Gerüste, über Schacht 12 der Zeche Zollverein in Essen, und der seit 1974 translozierte Förderturm am Deutschen Bergbaumuseum in Bochum (ehemals Schacht 5 der Zeche Germania in Marten). Reichen nicht zwei geschützte Türme als Baudenkmäler aus?

Wieso will jede Stadt diese unsinnigen Türme erhalten? Um an die Menschenverluste, Gesundheits-, Bergbau- und Umweltschäden zu erinnern die uns der Bergbau eingebracht hat?

Eine sinnvolle Folgenutzung und das sehen wir an unzähligen Beispielen im Ruhrgebiet gibt es bis heute bei keinem der Objekte, diese taugen allenfalls als Landmarke oder Aussichtsturm. Nur das Ufo-Ei von Collani in Lünen, war ein kurzer Lichtblick.

Als Landmarke ist Turm Pluto auch nicht geeignet, da nicht weithin sichtbar, dafür ist der kleine Bruder der Zeche Zollverein nun mal zu klein und durch seinen Standort ungünstig gelegen.

Es steht außer Zweifel, dass weder ein Neubürger, noch ein Gewerbebetrieb auf Grund des schönen Doppelbocks in Wanne ansiedeln wird, noch darf man eine wirtschaftsfördernde Zahl von Besuchern erwarten. Wanne wird also durch den Erhalt auch nicht attraktiver, so wie es uns manch ein Politiker erzählen will.

Die politische Diskussion um die Forderung nach dem sinnvollen Erhalt des Krummen Hundes und um den unsinnigen Erhalt des Pluto-Förderturms in einen Topf zu werfen ist falsch. Beim Krummen Hund hat es sich um ein über die Stadtgrenzen hinaus bekanntes Wahrzeichen und um ein in der breiten Gesellschaft verankertes Identifikationsobjekt gehandelt, dies wird der Förderturm niemals erreichen. Auch weil er zu viele Doppelgänger hat, er ist nicht einmal einzigartig (Alleinstellungsmerkmal). Selbst zum Haus Crange gab es Ende der 90er Jahre sinnvollere Ideen, dessen Umsetzung eine Attraktivitätssteigerung gebracht hätte im Gegensatz dazu, dass man Steuer- oder Stiftungsgelder in Farbe für einen Turm verstreichen würde.

Der Abriss und die Austragung aus der Denkmalliste der Stadt Herne ist nach meiner Abwägung nicht schön aber durchaus sinnvoll und seien wir mal ganz ehrlich, unsere Kinder wissen schon gar nicht mehr was ein Bergmann ist. Was aber wiederum auch kein Grund dafür wäre das Teil stehen zu lassen.

Die Kosten für eine Turmsanierung dürften zwischen 1,5 und 3,0 Mio. EUR liegen und der jährliche Unterhalt würde nochmals eine 6-stellige Zahl betragen. Gelder die in Herne sicherlich für andere sinnige Projekte besser angelegt wären, auch wenn die Gelder nicht aus kommunaler, sondern aus privater Hand kämen.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
7 Kommentare
78
Ulrich Dengler aus Wanne-Eickel | 29.05.2016 | 19:16  
23.111
Helmut Zabel aus Herne | 15.06.2016 | 18:41  
16
Stefan Budde-Siegel aus Herne | 15.06.2016 | 20:28  
23.111
Helmut Zabel aus Herne | 16.06.2016 | 07:57  
16
Stefan Budde-Siegel aus Herne | 16.06.2016 | 14:08  
78
Ulrich Dengler aus Wanne-Eickel | 18.06.2016 | 01:07  
16
Stefan Budde-Siegel aus Herne | 18.06.2016 | 10:28  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.