Natur und Tivoli

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Der Mitmachtag ist eine von vielen Veranstaltungen, die die Menschen in den Gysenbergpark locken. (Foto: Stefan Kuhn)

2020 feiern die fünf Revierparks ihren fünfzigsten Geburtstag. Grund genug, die in die Jahre gekommenen grünen Herzen der Metropole Ruhr einer Renovierung zu unterziehen.

Aus diesem hat der Regionalverband Ruhr (RVR) das integrierte Handlungskonzept "Zukunft und Heimat: Revierparks 2020" vorgelegt, mit dem er sich am Landeswettbewerb "Grüne Infrastruktur NRW" beteiligt.

In den Siebzigerjahren waren die Revierparks in Deutschland und Europa einzigartig. Die offenen, kostenlos nutzbaren Freizeitflächen boten gerade auch für die wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungsgruppen Sport- und Spielmöglichkeiten. Seither haben sich die Gesellschaft und die Freizeitbedürfnisse der Menschen stark verändert. Ziel der Modernisierung ist, die Revierparks so weiterzuentwickeln, dass sie auch in den kommenden Jahren attraktive Treffpunkte für viele Menschen sind und einen Beitrag zum sozialen Ausgleich leisten.

Zu den Plänen, die der RVR gemeinsam mit einer Planungsgruppe der Revierparks erarbeitet hat, gehören insgesamt mehr als fünfzig Ideen. So sollen beispielsweise die Anbindungen an das regionale Radsystem ausgebaut sowie Spiel- und Sportangebote für unterschiedliche Nutzer und Altersgruppen geschaffen werden. Ebenfalls auf der Wunschliste stehen Treffpunkte und Aufenthaltsräume, die für verschiedene Aktivitäten genutzt werden können. Die Revierparks können darüber hinaus als außerschulische Bildungsorte dienen und unkonventionelle Übernachtungsmöglichkeiten im Baumhaus oder Heuhotel bieten.

"Die vielen Ideen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", erklärt Martina Schmück-Glock, die Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im RVR. Zurzeit laufen die Vorbereitungen zur Gründung der Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr, in der sich die Revierparks Mattlerbusch in Duisburg, Vonderort in Bottrop und Oberhausen sowie Nienhausen in Essen und Gelsenkirchen zusammenschließen.

Parallel zu dem Zusammenschluss in dieser neuen Dachgesellschaften ist das Handlungskonzept für alle Revierparks erarbeitet worden, bei dem auch die nicht der neuen Gesellschaft angehörenden Revierparks Wischlingen in Dortmund und Gysenberg in Herne berücksichtigt werden.

Das Handlungskonzept sieht vor, dass sich die Revierparks auf unterschiedliche Themen spezialisieren. Die Schwerpunkte liegen auf "Ein Tag Ferien" in Mattlerbusch, "Park in Bewegung" in Vonderort, "Parklabor" in Nienhausen, „Natur und Tivoli“ in Gysenberg und "Park erleben – Natur erlernen" in Wischlingen. Für die Umsetzung sämtlicher Projekte werden 58,5 Millionen Euro Fördermittel benötigt. Anfang Juni hat der RVR das Konzept beim Umweltministerium, das für den Landeswettbewerb "Grüne Infrastruktur NRW" verantwortlich ist, eingereicht. Voraussichtlich im November wird über die Verteilung der Fördermittel entschieden. Auch andere Fördermöglichkeiten des Landes und der EU werden geprüft. Die wesentlichen Maßnahmen sollen bis 2020 fertiggestellt werden, die Umsetzung des kompletten Handlungskonzepts ist bis zur IGA 2027 vorgesehen.

Der Revierpark Gysenberg soll zu einem Labor der Innovation, einem attraktiven Freizeitareal und einem Begegnungsort im Grünen werden. Das neue Portal an der Nordseite lädt ins Tivoli ein. Traditionelle und moderne Fahrgeschäfte werden sich auf einer edlen Promenade aneinanderreihen. Der Zirkus Schnick-Schnack hat hier künftig seinen dauerhaften Standort und ergänzt die Karussells mit einem hochwertigen pädagogischen Programm für Kinder und Jugendliche. Auf der Südseite des Parks finden die Besucher Ruhe und Erholung sowie viele Möglichkeiten Sport zu treiben.

Das Thema Mechanik steht im Mittelpunkt des Physik-Labors, in dem Kindergarten- und Schulkinder unter fachlicher Anleitung spielerisch in die spannenden Geheimnisse der Physik eintauchen können. Die Angebote im künftigen Gysenbergpark sind so vielfältig, dass sogar Klassenfahrten hierher möglich sind. Reizvoll sind da sicher auch die barrierefreien modernen Erdhügelhäuser, in denen die Schüler übernachten können.

Im Gysenbergpark wurde in der Vergangenheit gern und viel gegrillt. Das soll auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen und zum Ort der interkulturellen Begegnung werden. Neue Grillhütten können privat gebucht werden, aber auch organisierte Grillfeste sind geplant. Manuela Lukas, Mitglied der SPD-Fraktion im RVR und stellvertretende Vorsitzende der Ratsfraktion in Herne, freut sich über die Modernisierungspläne: "Ganz Herne wird davon profitieren, wenn der Revierpark Gysenberg zu einer modernen, grünen Begegnungsstätte wird, die Raum für Spiel und Sport, Lernen und Feiern bietet und mit der Waldpädagogik und dem Zirkus auch noch zwei Alleinstellungsmerkmale vorhält."
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