Sturm ELA und die Folgen: CDU vor Ort beim RVR-Stützpunkt Emscherbruch

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v. l. n. r. Peter Neumann-van Doesburg, Matthias Klar, Barbara Merten und RVR-Mitglied Michael Musbach

Wie hoch sind die Schäden in den Herner Waldgebieten und welche Auswirkungen ergeben sich in den nächsten Jahren für die Waldbewirtschaftung im Stadtgebiet zur Vermeidung weiterer Kahlschläge durch Unwetter?

Diese Fragen ließen sich CDU-Umweltpolitiker und RVR-Abgeordnete jetzt aus erster Hand beantworten.
Beim Besuch des RVR-Stützpunktes Emscherbruch konnten durch den zuständigen Förster, Matthias Klar, viele offene Fragen geklärt werden.
Matthias Klar betreut den Forstbezirk Mitte, der 1.734 ha Wald-, Frei- und Haldenflächen in Herne, Gelsenkirchen, Castrop und Bochum umfasst. Die Außengrenzen der Gebiete - eine Strecke von 70 km - werden ebenfalls vom RVR zur Verkehrssicherung kontrolliert.
Matthias Klar erklärte gegenüber den CDU-Politikern: „Der starke Sturm im vergangenen Jahr hat besonders das mittlere Ruhrgebiet betroffen. Dabei haben Flächen- und Einzelwürfe sowie Kronenbrüche die Wälder massiv zerstört und die Landschaft verändert“, so der Experte.
Alle Flächen sollen wieder aufgeforstet werden, erfuhren die CDU-Politiker bei ihrem Ortstermin.
Nach dem Stand der Aufräumarbeiten im Dezember 2014 - in den Waldflächen des RVR in den Stadtgebieten von Essen, Bottrop, Gelsenkirchen, Herten, Recklinghausen, Herne und Castrop - ist eine Schadensfläche von insgesamt 60 ha zu vermelden.
Vielfach haben diese Flächen eine Größe, bei der eine natürliche Verjüngung nicht möglich ist.
Der RVR weist daraufhin, dass für die nachhaltige Walderhaltung die Wiederaufforstung - mit dem Klima angepassten und standortgerechten Laub- und Nadelgehölzen sowie an Waldrändern mit Strauchgehölzen - in den nächsten vier bis sechs Jahren erforderlich ist. Dabei muss dringend auf eine Artenvielfalt geachtet werden.
Der Zeitraum für die Wiederaufforstung umfasst nicht nur die reine Bepflanzung sondern auch die Bodenvorbereitung, den Ankauf der Forstpflanzen und die Pflege der dann neu angelegten Kulturen.

“Die Pflege der Waldgebiete in den Städten ist immens wichtig für die Klimaregulierung in den dicht besiedelten Städten. Daher werden seitens des RVR Pflanzen angekauft, die bereits drei bis vier Jahre alt sind. Überließe man die vom Sturm zerstörten Flächen sich selbst und einer eventuell natürlichen Verjüngung würde es wesentlich länger dauern, bis sich Baumbestände entwickeln”, so Revierförster Klar.

Die Kosten für die Wiederaufforstung (inklusive Bodenaufbereitung, Mulch, Ankauf von entsprechenden Pflanzen und Pflege der Kulturen) belaufen sich auf 600.000 Euro, heißt es vom RVR.

Auf Herner Stadtgebiet stellt sich die Schadsituation in den RVR – Wäldern wie folgt dar:
Im Bereich Resser Wäldchen, das rund 23 ha umfasst, beträgt der flächige Windwurf (entwurzelte oder geknickte Bäume) rd. 5 ha.
Im Constantiner Wald, ca. 26 ha Größe, beträgt der Flächenschaden ebenfalls ca. 3 ha. Auf Castroper Stadtgebiet sind die RVR – Waldungen besonders stark betroffen.
Die dortigen Forstorte Grutholz, Nierholz, NSG „Beerenbruch“ und Bladenhorst mit einer Gesamtgröße von 300 ha weisen eine flächige Sturmwurffläche von rd. 22 ha auf.
In den anderen Bereichen des Forstbezirkes, zu denen die Forstorte Schlosswald Herten, Emscherbruch, Ewaldsee und Brandhorster Wald zählen, sieht die Schadensbilanz ähnlich aus. Erstmalig wurde für die Ermittlung der Schadensflächen in den Bereichen NSG „Brandhorster Wald“ / Katzenbusch (Stadtgebiet Herten und Recklinghausen) sowie für die RVR - Waldungen auf Castroper Stadtgebiet eine Befliegung mittels Drohne durchgeführt.

Für RVR-Förster Matthias Klar steht fest: “Nach dem Sturm ist vor dem Sturm. Da davon auszugehen ist, dass die Abstände solcher Sturmereignisse immer kürzer sein werden, gibt es zu der beschriebenen Wiederbewaldung der Sturmflächen keine Alternative“, berichtete der Fachmann.
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