Wie geht es den Schülern?

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Peter Strohmeier von der Ruhr-Universität leitet die Befragung. Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff holte die Befragung nach Herne. (Foto: Thomas Schmidt/Stadt Herne)
 
Benjamin Harney und Christian Kattenbeck setzen die Befragung um. (Foto: Thomas Schmidt/Stadt Herne)
Eine Befragung zum Wohlbefinden von Schülern starten die Ruhr-Universität Bochum und die Stadt Herne. 14 Schulen machen mit. Die Studie ist in Kanada entwickelt worden und wird nun in unserer Stadt als Pilotprojekt und zum ersten Mal in Deutschland erprobt.

Die Partner, die das Vorhaben umsetzen sind das Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung an der Ruhr-Universität Bochum und das Bildungsbüro der Stadt Herne. Die Befragung soll vor allem Erkenntnisse über das körperliche, emotionale, mentale und soziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen liefern.

Zielgruppen sind die Klassenstufen 7 und 9. Initiator und Wissenschaftlicher Leiter der Studie ist Professor Peter Strohmeier. Bei einer Nordamerika-Reise mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft lernte Strohmeier das Befragungsinstrument in Kanada kennen und war hellauf begeistert. Wieder zurück in Deutschland, suchte er eine Stadt, die sich für den Modellversuch zur Verfügung stellte: „Die Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff war die erste Person, die sich meldete.“ Das Ziel ist, die Untersuchung später als Instrument für das ganze Land zu nutzen.“

„Wir haben viele Daten, von der PISA-Untersuchung und von der Landes-Statistikstelle“, betont Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff, „aber einen Blick darauf, wie es den Schülern in dem Alter geht, haben wir nicht. Daher war es ein Glücksfall, als Strohmeier eine Kommune suchte und wir jetzt dazu beitragen können, den Schulen mehr über ihre Schüler näher zu bringen. Jede Schule kann ihr eigenes Profil erhalten. Die Stadt hingegen erhält sozialräumliche Daten.“

Auch PISA hatte zuletzt nach dem Wohlbefinden der Schüler gefragt: Strohmeier: „Die Ergebnisse nutzen uns nicht für Herne-Mitte, Eickel oder Wanne.“ Im Gegensatz zu PISA geht es auch nicht um Leistung, so Strohmeier: „Da wird dann untersucht: Sind die Kinder depressiv? Sehen sie optimistisch in ihre Zukunft? Fühlen sie sich gesund? Spannend ist das, was die Kanadier über die Bedingungen dafür, dass es den Kindern gut geht, sagen. Die wichtigste Bedingung ist nicht Schule, sondern sind unterstützende Beziehungen mit Erwachsenen."

Je mehr Erwachsene die Kinder nennen, die hinter ihnen stehen, umso besser geht's ihnen. Umso besser ist die Lesekompetenz und die Mathekompetenz. Der zweitwichtigste Faktor: die Beziehung zu Gleichaltrigen. Der dritte Faktor: regelmäßig schlafen und vernünftig essen. Vierter Faktor: Dinge, die Kinder nach der Schule machen können. Der Fünfte: Das soziale Klima in der Schule. Kinder, die sich nicht gut fühlen, bringen keine guten Leistungen, das gleiche gilt für Kinder, die sich nicht angenommen fühlen. „Und Schulen, an denen Schüler das Gefühl haben, ich bin nicht wichtig, die gibt es“, unterstreicht Strohmeier.

Das Bildungsbüro setzt die Untersuchung um, die am 24. Mai an der Mont-Cenis-Gesamtschule startet und am 26. Juni am Gymnasium Eickel endet. Dann folgt die detaillierte Aus- und Bewertung der Zahlen. „Die Teilnahme ist frei, etwa zwei Drittel der Eltern haben zugestimmt, es ist auch kein Leistungstest“, sagt Benjamin Harney, der zusammen mit Christian Kattenbeck und Unterstützern die Befragung umsetzt. „Die etwa 60 bis 70 Fragen werten wir auch nicht individuell aus.“
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