Buchrezension - "Die offizielle Verabschiedung meiner langjährigen Kindheit"

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Buchrezension
"Die offizielle Verabschiedung meiner langjährigen Kindheit"

„Die offizielle Verabschiedung meiner langjährigen Kindheit“ ist ein Coming of Age-Roman von Elizabeth Kelly, der 2015 im Karl-Blessing-Verlag erschienen ist.
Seine Handlung spielt im Amerika der 70er Jahre. Die heranwachsende Tochter eines Politikers und einer ehemaligen Schauspielerin verbringt den Sommer in Cape Cod in ihrem Elternhaus. Eigentlich hat sich die Zwölfjährige vorgenommen, den Sommer vornehmlich zu genießen. Zufälligerweise ist sie aber zur falschen Zeit am falschen Ort und beobachtet so aus einem Versteck heraus einen Mord.
Traumatisiert und vom Wahlkampf ihres Vaters abgelenkt, gerät sie immer tiefer in die Fänge des mutmaßlichen Mörders, der das Kind psychisch so unter Druck setzt, dass sie über die beobachteten Gräueltaten schweigt. So gerät sie immer mehr in einen unaufhaltsamen Lauf, bis sich die Ereignisse überschlagen, Familie und Freunde, sowie Feinde sich gegenseitig des Mordes beschuldigen und die Vergangenheit die Gegenwart zu überlagern droht.
Eine entscheidende Rolle spielt hierbei das Verhältnis des Kindes zu seinen Eltern. Während die Mutter in ihrem Erziehungsauftrag versagt, geht der Vater in seinen politischen Interessen auf.
Der eigentlich zentrale Punkt der Geschichte, der beobachtete Mord, ist im Hauptteil den ewigen Streitereien der Eltern untergeordnet und kommt erst im letzten Drittel des Buches zur Geltung. Dies ist ein raffinierter Schachzug der Autorin, denn so lernt der Leser die Hauptfigur, die Ich-Erzählerin, kennen und kann ihre jeweiligen Handlungen besser nachvollziehen.
Die Sprache, die E. Kelly verwendet, ist leicht verständlich und richtet sich an eine Leserschaft im mittleren Alter und älter. Sie verwendet ausführliche Dialoge zwischen den Protagonisten, in der die Selbstverliebtheit der Mutter zur Schau gestellt wird. Lernt man die jeweiligen Figuren im Laufe des Buches besser kennen, kann diese Selbstverliebtheit allerdings auch als Unsicherheit angesehen werden, denn die Mutter ist sich bewusst, dass auch an ihr die Zeit nicht spurlos vorbeiläuft.
Der Roman „Die offizielle Verabschiedung meiner langjährigen Kindheit“ zeigt den inneren Konflikt des Kindes zwischen Falsch und Richtig, der im Laufe der Geschichte einen dramatischen Höhepunkt erreicht.
Aufgrund der seitenlangen Dialoge läuft der Leser Gefahr, nicht in das Buch und in die eigentliche Handlung finden zu können. Dies ändert sich allerdings im letzten Drittel des Buches. Hier spitzt sich die Spannung zu, der Leser läuft Gefahr, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen.
Somit spricht der Roman Leser an, die sich eine gewisse Grundspannung, welche sich bis zum Ende des Buches zuspitzt, wünschen.


Ich bedanke mich herzlich beim Lokalkompass, dass ich dieses Buch lesen durfte. Meine Buchrezension ist hiermit vollbracht.
Damit sich auch andere an dieser ungewöhnlichen Geschichte erfreuen können, werde ich es dem portofrei zuschicken, der sich im Kommentar als erster dafür anbietet.
VG, Nadine Kolp
4
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14 Kommentare
18.945
Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 08.11.2016 | 15:55  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 08.11.2016 | 15:55  
210
Nadine Kolp aus Herne | 08.11.2016 | 16:04  
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Nadine Kolp aus Herne | 08.11.2016 | 16:26  
18.945
Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 08.11.2016 | 17:31  
10.186
Elisabeth Jagusch aus Schermbeck | 08.11.2016 | 19:30  
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Nadine Kolp aus Herne | 08.11.2016 | 19:37  
18.945
Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 08.11.2016 | 19:40  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 08.11.2016 | 19:40  
Jens Steinmann aus Herne | 09.11.2016 | 12:01  
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Nadine Kolp aus Herne | 09.11.2016 | 12:09  
18.945
Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 09.11.2016 | 13:10  
18.945
Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 11.11.2016 | 21:05  
210
Nadine Kolp aus Herne | 12.11.2016 | 10:30  
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