Bündnis gegen Einbrecher

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Polizeipräsidentin Diana Ewert und Klaus Karger, Vorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Herne Süd, unterzeichneten am vergangenen Montag die Kooperationsvereinbarung.

Die Aufklärungsquote ist niedrig, die Zahl der Fälle rekordverdächtig hoch: Einbruch ist ganz offensichtlich ein boomendes Gewerbe. Die Polizei und die Wohnungsbaugesellschaft Herne Süd wollen diesen Trend stoppen und vereinbarten nun eine Kooperation.

Mit mehr als 1400 vollendeten oder versuchten Einbrüchen verzeichnete die Polizei für die Städte Bochum, Herne und Witten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen neuen Rekordwert. Das Risiko für die Täter ist gering. Landesweit lag die Aufklärungsquote 2013 bei lediglich 13,6 Prozent und damit etwa im Schnitt der Vorjahre.

Mit der Aktionswoche „Riegel vor!“, die in Nordrhein-Westfalen noch bis zum Sonntag läuft, setzt die Polizei auf Prävention. Unter anderem im Rahmen von Vorträgen informieren die Experten über geeignete Schutzmaßnahmen gegen Einbrecher. So bleibt laut Kriminalstatistik jeder dritte Einbruch im Versuchsstadium hängen, weil Türen und Fenster ausreichend gesichert sind.

An diesem Punkt setzt die Kooperation der Wohnungsgesellschaft Herne Süd (WHS) mit der Polizei an, die am vergangenen Montag auf den Weg gebracht wurde. Die WHS investiert beim Neubauprojekt „Strünkeder Höfe“ in ein höheres Maß an Sicherheit: Fenster und Türen sollen in Absprache mit der Polizei mit einem zertifizierten Einbruchschutz ausgerüstet werden. Voraussichtlich im November soll mit den Ausschachtungen für die 56 Wohneinheiten an der Jobststraße begonnen werden.

WHS stellt 20000 Euro zur Verfügung

Zusätzlich stellt die WHS ihren übrigen Mietern ein Gesamtbudget in Höhe von 20000 Euro pro Jahr zur Verfügung, um ihre Wohnungen gegen Einbrecher aufzurüsten. Pro Wohnung werde seine Gesellschaft 50 Prozent der Kosten übernehmen, wenn die Ausgaben eine Summe von 1000 Euro nicht überschreiten, kündigte der WHS-Vorsitzende Klaus Karger an, bevor er seine Unterschrift unter die Kooperation setzte. Daneben steht der Name von Polizeipräsidentin Diana Ewert. Sie betonte die Vorbildrolle dieser Zusammenarbeit: „Einbruchsicherung sollte so selbstverständlich werden wie der Sicherungsgurt im Auto.“

Tatsächlich brauche es ein ganzes Bündel an Maßnahmen, um die Gefahr eines Einbruchs zu senken, betonte Kriminaldirektor Andreas Dickel. Schon eine wachsame Nachbarschaft könne potenzielle Täter abschrecken. Allerdings lasse sich nicht jeder Risikofaktor ausschalten: Professionell agierende Banden bevorzugen schnelle Fluchtwege; die Städte des Ruhrgebiets sind mit ihren zahlreichen Autobahnen für Kriminelle also ein ideales Revier.
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1 Kommentar
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Bernfried Obst aus Herne | 21.10.2014 | 22:05  
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