Damit die Narren sicher sind

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Sicher ist sicher: Wer hoch auf dem Wagen mitfährt, muss vor Risiken geschützt sein. (Foto: TÜV Nord)

Bald starten sie wieder: große und kleinere Karnevalsumzüge, deren Wagen genauso kreativ verkleidet sind wie die Menschen, die ausgelassen auf ihnen feiern. Damit die Jecken dabei auch sicher sind, benötigen die Fahrzeuge und Anhänger häufig Sondergenehmigungen.

Die Genehmigungen werden in Regel auf Basis einer Begutachtung durch eine Prüforganisation wie zum Beispiel dem Technischen Überwachungsverein (TÜV) erteilt. "Dies gilt insbesondere, wenn Personen auf ihnen befördert werden sollen oder sie wesentlich verändert wurden“, sagt Denis Stetzka, Leiter der TÜV-Station an der Dorstener Straße. Besonderes Augenmerk legen die Prüfer auf An- und Aufbauten, durch die die zulässigen Abmessungen, Achslasten und Gesamtgewichte überschritten werden. Auch Änderungen an Zugeinrichtungen, Bremsen oder Lenkung werden kontrolliert.

Ist ein Fahrzeug beispielsweise größer als eigentlich erlaubt, prüft der Sachverständige, ob es im Rahmen des Umzuges trotzdem verkehrssicher ist. Ist der Aufbau bei einem scharfen Bremsmanöver stabil genug? Wie heiß wird es unter der Verkleidung und wohin gehen die Abgase? Das sind nur einige weitere Fragen, die eine Rolle spielen.

Wenn Menschen mitfahren, müssen sie den Wagen sicher über geeignete Stiege betreten und verlassen, sich festhalten und auf rutschfesten Flächen gehen und stehen können. Stehen sie während der Fahrt, müssen Geländer und Brüstungen mindestens einen Meter hoch sein. Dann ist auch die Höchstgeschwindigkeit begrenzt: Mehr als 6 Kilometer pro Stunde dürfen es nicht sein.

Da Rosenmontagsumzüge auf Strecken verlaufen, die während der Feier für den normalen Verkehr gesperrt sind, drückt der Gesetzgeber bei Scheinwerferlicht und sonstiger Beleuchtung ein Auge zu: Die Vorschriften sind hier weniger streng als bei nicht abgesperrten Umzügen.

Um unnötige Schwierigkeiten bei der Abnahme des Wagens zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Experten schon zu Beginn des Umbaus einzuweihen. „So können wir frühzeitig helfen und auf wichtige Punkte hinweisen. In die Gestaltung der Karossen fließen viel Fantasie und Arbeit. Es ist schade, wenn die Teilnehmer dann kein Brauchtumsgutachten erhalten“, sagt Stetzka. „Wir stellen fest, dass die Städte und Vereine verantwortungsbewusst mit dem Thema umgehen, da hat sich in den letzten Jahren viel in Sachen Aufklärung getan."

Quelle: TÜV Nord
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