Demenz und Schmerz

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Wechsel: Klaus Winkler übergibt an Linsa Binze, sie übernimmt zukünftig die Organisation des Aktionstages. (Foto: Horst Martens/Stadt Herne)

Demenz ist heute omnipräsent in Literatur, Film und Fernsehen. Als die Stadt Herne vor zehn Jahren den ersten Demenztag veranstaltete, befassten sich allenfalls Fachleute, Betroffene und Angehörige mit dem Thema.

Die Stadt war der Zeit voraus, das bejaht der Initiator und Mitorganisator Peter W. Nyhuis, Chefarzt des Marienhospitals, genauso wie Klaus Winkler vom Fachbereich Gesundheit der Stadt Herne: "Wir spielten eine gewisse Vorreiterrolle", so Nyhuis. „Die Krankheit war ewig und drei Tage bekannt. Beispielsweise litt Mendelssohn Bartholdy daran, aber erst mit der Lebenserwartung stieg die Zahl der Demenzkranken."

Der nächste "Tag der Menschen mit Demenz" steht bevor: Er findet am Mittwoch, 26. Oktober, von 12 bis 16 Uhr im Marienhospital Eickel, Marienstraße 2, statt. Schwerpunkt Thema ist die Beziehung von Demenz und Schmerz. Zahlreiche Informationsstände von Einrichtungen und Institutionen zeigen Angebote an Hilfe, Unterstützung, Behandlung und Pflege für Demenzkranke auf. Vorträge widmen sich den Fragen, wie wir bei Menschen mit Demenz Schmerzen erkennen können und welche Hilfsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Drei parallel stattfindende Seminare diskutieren die Themen, wie pflegende Angehörige Schmerzen bei einem Menschen mit Demenz erkennen können, wie man Schmerzen messen kann und was uns Biomarker über unser Demenzrisiko sagen.

Demente Menschen sind zumeist nicht in der Lage, Schmerz zu kommunizieren. Oft wird eine Äußerung des Kranken als primäres Symptom gedeutet. Nyhuis: "Wenn ein an Demenz Erkrankter schreit, glaubt man, er schreit, weil er dement ist. Dabei verspürt er vielleicht wirklich Schmerzen." Ein anderes Beispiel sind Schlafstörungen: Ein Dementer schläft vielleicht schleicht, weil er Rückenschmerzen hat, aber er kann seine Schmerzen nicht mitteilen.

Demenz ist nicht heilbar. Dennoch gibt es Hoffnungszeichen. "Eigentlich müssten wir weit mehr Demenzkranke haben", sagt Nyhuis. "Die Zahl der Erkrankten ist aber nicht linear gestiegen. Die heutigen 70-Jährigen sind anders als die 70-Jährigen von vor 20 Jahren. Sie haben eine gesündere Lebensführung und dazu zählen ausgewogene Er-nährung und viel Bewegung." Rückschluss: Wer das Richtige isst und Sport betreibt, beugt vor.

Klaus Winkler von der Abteilung Gesundheitsförderung der Stadt Herne präsentierte den Demenztag zum letzten Mal der Presse. An der Veranstaltung selbst nimmt er nicht mehr teil, weil er in den Ruhestand geht. An die Stelle des langjährigen Organisators tritt nun Lisa Binse.
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