Die guten Vorsätze

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Der schwierigste Weg ist der zwischen Vorsatz und Ausführung. Wie wahr diese Aussage des Schriftstellers Wilhelm Raabe ist, wissen wir genau jetzt, wenn sich die guten Vorsätze, die man zum Jahreswechsel gefasst hat, allmählich in Luft auflösen. Hand aufs Herz, die meisten gravierenden Veränderungen gelingen uns nicht zum 1. Januar, sondern sind ein Prozess der kleinen Schritte, für den man einen langen Atem braucht.

Raabes größter Erfolg war sein unter dem Pseudonym Jacob Corvinus veröffentlichtes Erstlingswerk "Die Chronik der Sperlingsgasse". Seine folgenden fast 70 Romane, Erzählungen und Novellen erreichten nie den Stellenwert des Debüts. Gut möglich, dass Raabe Zeit seines Lebens nie den Vorsatz fasste, diese Geschichte zu übertreffen. Dass das Schicksal ihn davor bewahrt habe, ein mittelmäßiger Jurist, Schulmeister, Arzt oder gar Pastor zu werden, sei eine Fügung gewesen, "für welche ich nicht dankbar genug sein kann", stellt er gegen Ende seines Lebens fest. Vielleicht ist mehr Zufriedenheit einer der wenigen Vorsätze, die man sich bewahren sollte und das Jahr für Jahr...
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