Ein Leben für die Leber

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Dietrich Hüppe ließ bei seinem Vortrag 20 Jahre Lebertag Revue passieren. Foto: Arne Pöhnert mail@arnepoehnert.de 0178/1866645 (Foto: Arne Pöhnert)

Beim Herner Lebertag stand ein Mann mit einem lachenden und einem weinen Auge am Mikrophon: Dietrich Hüppe hob die Patientenveranstaltung einst aus der Taufe. Die 20. Veranstaltung war seine letzte als Organisator.

Der Gastroenterologe, der sich in seiner beruflichen Laufbahn auf die Behandlung von Lebererkrankungen spezialisiert hatte, ist seit dem vergangenen Jahr im Ruhestand. Mit Stolz und Verwunderung blickte der Mediziner auf die Entwicklung des Lebertages, der längst ein fester Bestandteil der Herner Gesundheitswoche ist, zurück: „20 Jahre nach dem Start ähneln sich die Themen, neue sind hinzugekommen. Doch die Wissenschaft von der Leber hat in diesem Zeitraum unglaubliche Fortschritte mit enormem Nutzen für die Patienten erbracht.“

Veranstalter des Lebertages war und ist die Gesellschaft für Gastroenterologie, eine fachübergreifende Kooperation, die Herne als Standort exzellenter Lebermedizin weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Ein Blick in Dokumente aus 20 Jahren zeigt: Das Team vom Anfang ist noch fast unverändert aktiv. Die Idee, Patienten zum mündigen Experten der eigenen Erkrankung zu machen, indem ihm aktuelles medizinisches Wissen verständlich erklärt wird, lässt die Initiatoren bis heute nicht los, auch wenn sie längst in anderen Städten praktizieren oder den Arztkittel an den Nagel gehängt haben. Mittlerweile haben sie Tausende von Patienten in Herne über Möglichkeiten der Diagnose und Therapie aufgeklärt. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Die Idee, eine Patientenveranstaltung zu Lebererkrankungen anzubieten, war vom Start weg ein Erfolg. Am 22. November 1997 verfolgten 200 Besucher in der Aula der Grundschule an der Schillerstraße eine Podiumsdiskussion zwischen Betroffenen und Vertretern der Krankenkassen AOK und Barmer. Damals konnten die Mediziner nur einzelne Patienten mit einer chronischen Hepatitis C zwar effektiv, aber mit starken Nebenwirkungen behandeln. „Heute ist die Hepatitis C wirklich für alle heilbar“, sagt Dietrich Hüppe. Gerade in diesem Punkt habe die Medizin eine echte Revolution erlebt, stellt er fest. Auch andere Erkrankungen der Leber können heute erfolgreich behandelt werden, zum Beispiel Hepatitis B, die primär biliäre Cholangitis und die autoimmune Hepatitis.

Was den Medizinern zunehmend Sorge bereitet, ist die sogenannte Fettleber, die sich offensichtlich zu einer echten Zivilisationskrankheit entwickelt. „Die Fettleber nimmt weltweit stark zu“, stellt Hüppe fest. Falsche Ernährung, Übergewicht und Diabetes sind die Hauptfaktoren, die schon im Kindesalter Wirkung zeigen. Erste medikamentöse Behandlungen scheinen möglich. Trotzdem steht eine Veränderung des Lebensstils in Richtung gesunde Ernährung, Sport und Gewichtsabnahme im Fokus der Behandlung.

In den Anfangsjahren gab es im Ruhrgebiet an vielen Orten Veranstaltungen zur Lebermedizin, übrig geblieben sind größere Lebertage nur Oberhausen und Herne. Deshalb wird es auch 2018 einen Lebertag in der Emscherstadt geben. Die Verantwortung für Themen, Referenten und Ablauf wird Dietrich Hüppe dazu in andere Hände legen. Bei den Patientenseminaren der nächsten Jahre wird er stets ein kundiger Gast sein. Als Gastroenterologe ist der gebürtige Herner nur noch einmal pro Woche tätig. Er engagiert sich bundesweit ehrenamtlich für die Darmkrebsvorsorge und beteiligt sich an Forschungsprojekten im Bereich der Leber.

Quelle: Journalistenbüro Herne
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