Entlastung für Pflegende

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Pflegende sind oft überfordert und gestresst. Entlastung ist wichtig, um neue Kraft zu tanken. (Foto: Archiv Wochenblatt)

Angehörige, die ihre Partner, Eltern oder Schwiegereltern zu Hause pflegen, leben im Stress. Um ihnen und den Pflegebedürftigen Erleichterung zu verschaffen, zahlen die Pflegekassen seit letztem Jahr eine Entlastungsleistung von 125 Euro im Monat. Mit dem Geld können Angehörige die Pflege für einige Stunden an jemand anderen übertragen.

Die Entlastungsleistung hat das in den Jahren zuvor gezahlte Betreuungsgeld abgelöst. Was viele Anspruchsberechtigte nicht wissen: „Bislang ungenutzte Beträge aus den Jahren 2015 und 2016 können noch bis Ende des Jahres ausgegeben werden. Um diese Beträge optimal zu nutzen, sollte man sich über die Verwendungsmöglichkeiten informieren“, rät Veronika Hensing von der Verbraucherzentrale.

Wer anerkannt pflegebedürftig in einem Pflegegrad eingestuft ist, kann den monatlichen Betrag von 125 Euro nutzen. Menschen mit Pflegegrad 1 erhalten ausschließlich diesen Betrag, Personen mit Pflegegrad 2 bis 5 können das Geld zusätzlich zu anderen Pflegeleistungen nutzen.

Der Entlastungsbetrag kann vorübergehend höher ausfallen, wenn er mal nicht in Anspruch genommen oder nicht vollständig ausgeschöpft wurde. Ein Pflegebedürftiger, der 2016 das Geld für Betreuungsleistungen nicht genutzt hat, kann zusätzlich noch 104 Euro im Monat beantragen. Ab 1. Januar 2019 wird dann jedoch nur noch der reguläre Betrag von 125 Euro monatlich gezahlt.

Die finanzielle Hilfe soll in erster Linie pflegende Angehörige entlasten. Das Geld kann vielfältig für Tages- und Nachtpflege oder für einen vorübergehenden Aufenthalt in einer Kurzzeitpflege genutzt werden. Auch Unterstützung im Alltag ist möglich, vorausgesetzt, die Hilfe ist laut Landesrecht anerkannt.

Bei einer Einstufung in den Pflegegrad 1 kann der Entlastungsbetrag auch in die Finanzierung eines längeren Aufenthalts im Pflegeheim einfließen. In der Regel bieten Wohlfahrtsverbände und Nachbarschaftsvereine eine Beratung und die benötigten Hilfen zur Entlastung an. Speziell geschulte Ehrenamtliche übernehmen meist hilfreiche Aufgaben, etwa Vorlesen, Singen oder Basteln mit Pflegebedürftigen oder Demenzkranken. Außerdem werden Pflegebedürftige auch auf Wunsch ins Konzert oder beim Arztbesuch begleitet. Hilfe beim Einkaufen und im Haushalt gibt es ebenfalls.

Entlastungsleistungen können ohne bürokratischen Aufwand in Anspruch genommen werden. Angehörige suchen und zahlen die zu erbringenden Leistungen zunächst selbst. Anschließend reichen sie die Rechnungen bei der zuständigen Pflegekasse ein. Um dieses Prozedere zu vereinfachen, können Anbieter von Betreuungsleistungen und Pflegekasse auch direkt miteinander abrechnen. Dafür müssen Pflegebedürftige eine Abtretungserklärung des jeweiligen Anbieters unterschreiben.

Wer eine oder mehrere Abtretungserklärungen herausgibt, verliert schnell den Überblick. Betroffene können dann nicht mehr nachvollziehen, in welcher Höhe der Entlastungsbetrag schon aufgebraucht worden ist. Denn weder Anbieter noch Pflegekasse sind verpflichtet, Pflegebedürftige über den verwendeten Entlastungsbetrag zu informieren. Detaillierte Informationen über die Verwendungsmöglichkeiten in einzelnen Pflegegraden sind im Internet zu finden.
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