Falsche Polizisten sind unterwegs

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"Guten Tag, ich bin von der Polizei. In dem Notizbuch eines festgenommenen Einbrechers haben wir ihren Namen und ihre Telefonnummer gefunden!" Einen Anruf mit diesem Wortlauf erhielten in den vergangenen Tagen mehrere Herner. Mindestens fünf dieser Telefonate gingen allein im Bereich der Straße "Pantrings Hof" ein. Direkt im Anschluss erkundigte sich ein Mann nach den finanziellen Verhältnissen der Angerufenen und fragte gezielt nach, ob sich in der Wohnung Schmuck befindet oder ob es Schließfächer gibt.

Weiter kamen die Kriminellen offensichtlich nicht, da die Angerufenen die kriminelle Masche schnell erkannten und das Gespräch beendeten. Mehr als 20 Personen meldeten sich anschließend bei der Polizei und berichteten von den Anrufen.

Die Polizei weiß aber auch von Fällen, in denen es nach solchen Telefonaten zu folgenreichen Besuchen kam. Dabei ließen sich die falschen Ermittler die Aufbewahrungsorte von Bargeld und Schmuck zeigen. Wenig später waren die Polizisten wieder verschwunden und mit ihnen Wertgegenstände.

Aufgrund von Legenden werden die Opfer auch dazu bewegt, ihren Schmuck oder das komplette Sparguthaben bei der Bank abzuheben und an vermeintliche Polizeibeamte zu übergeben. Angeblich zur Spurensicherung oder sogar zur sicheren Aufbewahrung. Nicht selten verlieren diese gutgläubigen Menschen ihre gesamten Ersparnisse. Tatsächlich erfragt die Polizei grundsätzlich weder am Telefon noch an der Haustür Vermögensverhältnisse.

Nicht selten nutzen Kriminelle technischen Möglichkeiten, um glaubhaft zu wirken. So erscheint im Telefon-Display des Angerufenen zum Beispiel die Rufnummer der Vermittlung des Bochumer Polizeipräsidiums beziehungsweise die Notrufnummer 110 mit der aktuellen Vorwahl. Die Polizei weist darauf hin, dass diese Telefonnummern grundsätzlich nicht übertragen werden- Die illegale Methode, mit der Telefonate unter einer vorgetäuschten Rufnummer geführt werden, ist unter dem Begriff Call-ID-Spoofing bekannt.

Die Polizei rät, sofort aufzulegen und den Vorfall unter der Notrufnummer 110 anzuzeigen.

Für Trickdiebe, die in Wohnungen aktiv werden, gibt es nur ein einziges ernsthaftes Hindernis, das sie überwinden müssen: die gesperrte oder geschlossene Wohnungstür. Oft täuschen sie eine offizielle Funktion vor und kommen als Handwerker, als Mitarbeiter von Elektrizitäts-, Gas- oder Wasserwerken, von der Hausverwaltung, von der Kirche, von der Rentenversicherung oder Krankenkasse, aber auch von der Post oder vom Sozialamt. Dabei kündigen sie sich, wie in den obigen Fällen geschehen, sogar telefonisch an, um mögliche Bedenken schon im Voraus zu zerstreuen und ein Vertrauensverhältnis zum Opfer aufzubauen.

Das Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz steht für Fragen unter der Telefonnummer 0234/9094040 zur Verfügung. Auch der Kontakt zu einem Seniorensicherheitsberater kann hier hergestellt werden.
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