Geschenkt ist noch zu teuer

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Veronika Zoller, Leiterin der Verbraucherzentrale, stellte den Schülern des Pestalozzi-Gymnasiums die Tücken von Spielen vor, die zunächst als Gratis-App aufs Smartphone oder Tablet heruntergeladen werden können. (Foto: Stefan Kuhn)

Anlässlich des Weltverbrauchertages, der seit 1983 am 15. März begangen wird, informierte die Verbraucherzentrale über die Tücken sogenannter Free-To-Play-Spiele. In die Aktion am Pestalozzi-Gymnasium involviert waren unter anderem die Fachstelle für Suchtprävention.

Per Handy werden mit Goldtalern, Diamanten und Herzen in der virtuellen Spielewelt Siedlungen gebaut, reizvolle Gärten angelegt und Gegner besiegt. Hersteller von Action-, Strategie- und Rollenspielen wie "Clash Royal", "Candy Crush", "Soda Saga" oder "Pokémon Go" bieten Apps zum kostenlosen Download für Smartphones und Tablets an.

Für viele Spielemacher sind Free-To-Play-Spiele ein einträgliches Geschäftsmodell. Denn diese können durchaus zur Kostenfalle werden. Wenn das geschenkte Kapital, Leben oder die Ressourcen verspielt sind, müssen Spieler unangenehme Wartezeiten in Kauf nehmen. Es sei denn, sie zahlen fürs schnellere Weiterkommen je nach Spiel von 99 Cent bis zu 99 Euro, um etwa Spielebeschleuniger (Booster) kaufen zu können.

Ob und ab wann genau eine vermeintlich kostenlose Spiele-App ins reale Geld gehen kann, hat die Verbraucherzentrale NRW an umsatzstarken Spielen für Android-Geräte überprüft. „Unterm Strich animieren Spielemacher die Nutzer äußerst geschickt, den kostenlosen Sektor zu verlassen und den Spieleverlauf durch den Zukauf von vielerlei Elementen voranzutreiben“, so das Fazit von Veronika Hensing, Sie warnt: „Wer sich ein solches Spiel auf sein Handy lädt, kommt durch geschickte Programmierungen erst richtig auf den Spieletrip und kann hierbei leicht die Kostenkontrolle verlieren.“

Zum diesjährigen Weltverbrauchertag am 15. März gibt die Verbraucherzentrale besonders Kindern und Jugendlichen, aber auch Lehrern und Eltern Hinweise und vorsorgliche Spielregeln zum Umgang mit diesen Spielen an die Hand:

Prinzip und Geschäftsmodell: Free-To-Play-Spiele können kostenlos geladen werden. Umsatz erwirtschaften die Anbieter über kostenpflichtige Zusatzangebote, die das Spiel in Gang halten und den weiteren Verlauf interessanter, schneller oder leichter machen.

Tückische Mechanismen: Der vorgegaukelte Gratis-Charakter vieler Apps beschert unbedachten Spielern Kostenfallen und Kontrollverlust. Es wird zu Beginn nicht angezeigt, ab wann und für welche Elemente reale Geldbeträge verlangt werden. Mögliche Kosten können nicht abgeschätzt werden. Computerspiele erzeugen zudem oft das Bedürfnis weiterzuspielen, egal was es kostet. Da Einsätze zum Beispiel abstrakt per Abbuchung über Mobilfunkrechnung oder Kreditkarte bezahlt werden, haben vor allem Kinder und Jugendlichen oft kein Gefühl dafür, dass reales Geld verspielen.

Vorsorgliche Voreinstellungen: Damit im Eifer eines Spiels nicht spontan ein sogenannter In-App-Kauf in Gang gesetzt wird, sollten kostenpflichtige App-Posten in "Google Play Store" oder im "Apple App Store" mit einem Passwortschutz versehen werden. Dazu muss man im "Google Play Store" unter den Einstellungen den Button "Authentifizierung für Käufe erforderlich" anklicken oder im "Apple App Store" dem Pfad "Einstellungen", "Allgemein" und "Einschränkungen" folgen. Im Store von Apple können In-App-Käufe auf diese Weise komplett deaktiviert werden. Dies ist im "Google Play Store" leider nicht möglich.

Zahlung mit Prepaid-Karten: Im Handel gibt es für die Stores von Apple- und Android-Geräten Guthabenkarten, die für begrenzte Zahlungen mit einem Geldguthaben etwa in Höhe von 15 oder 25 Euro aufgeladen werden können. Analog zu Handys ist durch die Anwendung dieses Zahlungssystems eine gewisse Kostenkontrolle vor allem für Kinder und minderjährige Jugendlich möglich. Diese greift jedoch nur, wenn die Sprösslinge bei Bedarf nicht immer von neuem, sondern nach festgelegten Absprachen mit neuen Guthaben ausgestattet werden. Auch der Zugriff auf das Kreditkartenkonto der Eltern sollte Kindern grundsätzlich verwehrt werden.

Tipps, wie sich Spieler und Eltern vor unnötigen Kosten bei Apps schützen können und weitere Hinweise zu rechtlichen Fragen bietet die Verbraucherzentrale an der Freiligrathstraße 12.
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