Hilfe in der Muttersprache

Anzeige
Die 13 Teilnehmer kommen aus der Türkei, Sri Lanka, Syrien, Polen, Kasachstan und Marokko und haben demnach ganz unterschiedliche Sprachkenntnisse vorzuweisen. (Foto: Frank Dieper/Stadt Herne)

Wenn Migranten an Demenz erkranken, kann es passieren, dass sie im Krankheitsverlauf in ihre Muttersprache zurückfallen. Wer kann sich dann um diese Menschen kümmern?

Damit Betroffene und Angehörige dieser Menschen nicht auf sich allein gestellt sind, gibt es interkulturelle Demenzbegleiter. 13 Herner haben diese Qualifizierung nun erfolgreich abgeschlossen. 60 Stunden Unterreicht, ein zehntägiges Praktikum sowie den Besuch eines Pflegekurses haben die Teilnehmer seit Februar absolviert.

Voraussetzung für diese kostenlose Qualifizierung ist eine andere Muttersprache als Deutsch, aber dennoch so gute Deutschkenntnisse, dass dem Unterricht problemlos gefolgt werden kann. Die 13 Teilnehmer kommen aus der Türkei, Sri Lanka, Syrien, Polen, Kasachstan und Marokko und haben demnach ganz unterschiedliche Sprachkenntnisse vorzuweisen. „Ich bin unglaublich dankbar, dass Sie sich mit diesem Thema beschäftigen“, sagt Radojka Mühlenkamp, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrum, bei der feierlichen Übergabe der Zertifikate im Rathaus Wanne.

„Aus gesundheitlichen Gründen kann ich den Beruf der Altenpflegehelferin nicht mehr ausüben. Aber ich möchte weiterhin ältere Menschen unterstützen“, erklärt Sivatharshini Jeyathas, die ursprünglich aus Sri Lanka kommt, aber seit 28 Jahren in Deutschland lebt. Kenan Sulük ist einer von zwei Männern, die am Mittwoch ihre Qualifizierung bekommen haben. „Meine Mutter ist an Demenz erkrankt. Ich möchte gerne ehrenamtlich als Demenzbegleiter arbeiten. Ich hoffe, dass ich vielen Familien helfen kann“, sagt der gebürtige Türke.

35 Menschen wurden nun insgesamt vom Verein Bildungswerk in Herne zu interkulturellen Demenzbegleitern weitergebildet. „Das ist noch nicht genug für Herne“, sagt Lehrgangsleiterin Silke Mattelé. Im kommenden Jahr möchte sie wieder einen Kurs anbieten. Allerdings würde noch nach einer geeigneten Finanzierung gesucht. Denn: „Wir wollen die Qualifizierung weiterhin kostenlos anbieten.“

Quelle: Presseamt Stadt Herne
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.