Integrationsprojekt gegen psychische Erkrankungen

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Am vergangenen Montag trafen sich die Beteiligten an dem Projekt, um dieses nun auf den Weg zu bringen (von links): Azerina Schulz (Soforthilfe Herne), Katrin Linthorst (städtischer Fachbereich Gesundheit), Laura Pohl (Soforthilfe Herne), Claudia Mai (kommunales Integrationszentrum) und Wilma Osuji von der Kindertagesstätte der St. Elisabeth-Gruppe. (Foto: St. Elisabeth-Gruppe)

Etwa 500 Flüchtlinge hat Herne seit Beginn des Jahres neu aufgenommen, insgesamt sind es derzeit mehr als 1100. Ein Großteil dieser Menschen ist keine 30 Jahre alt, oftmals handelt es sich um Familien mit minderjährigen Kindern und unbegleitete Jugendliche. Vor Ort angekommen befinden sich viele in einer psychischen und sozialen Belastungssituation.

Um in dieser Situation Unterstützung zu bieten, haben die Soforthilfe Herne, die St. Elisabeth-Gruppe sowie die Stadt Herne mit weiteren Kooperationspartnern das Projekt „FIPS – Flüchtlinge integrieren psychosozial“ ins Leben gerufen.

Ziel sei, Betroffene mit den richtigen Versorgungsstellen in Kontakt zu bringen, erklärt Projektleiterin Azerina Schulz. Bei vielen Geflüchteten hinterlasse die Flucht tiefe Spuren. Die Sprachbarriere, eine ungewohnte Umgebung und eine bisher nicht ausreichende psychologische Beratung würden die Verarbeitung oft erschweren. Das Projekt wird vom Land mit 30000 Euro gefördert.

„Herne verfügt über ein umfangreiches psychosoziales Netzwerk, das vielfältige Unterstützung bietet“, so Schulz. „Wir setzen da an, wo unsere Zielgruppe ist, in Kindertagesstätten und Schulen.“ In den Einrichtungen sollen regelmäßige Sprechstunden stattfinden. Dort erhalten die Flüchtlinge Informationen über die psychosozialen Angebote. Darüber hinaus haben Erzieher und Lehrer die Gelegenheit, sich Rat und Unterstützung für die Kommunikation mit betroffenen Kindern und Jugendlichen aus ihrer Gruppe oder Schulklasse einzuholen. Ziel ist es, zu verhindern, dass eine psychische Erkrankung entsteht oder chronisch wird. Darüber hinaus soll zum Beispiel die Vermittlung von Sportvereinen die Teilhabe am sozialen Leben fördern. Bei Bedarf ist eine ambulante oder stationäre Versorgung unter anderem im St. Marienhospital Eickel oder durch niedergelassene Therapeuten möglich. Um Sprachbarrieren zu überwinden, finden die Gespräche mit Unterstützung eines Dolmetschers oder Mitarbeitern, die die Muttersprache sprechen, statt.
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