Jeder Cent ist teuer

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Stefanie Unterberg übernahm zu Jahresbeginn die Leitung des Projektes, das zunächst ein Jahr laufen soll. Eine Verlängerung um drei weitere Jahre ist das Ziel.

Immer mehr Senioren müssen mit jedem Cent rechnen. Der Blick auf die Statistik zeigt, dass die Altersarmut in Herne stetig zunimmt. Die Geldbörsen der Betroffenen möchte der Caritasverband mit einer Beratung zum Energiesparen schonen.

Bereits seit dem Jahr 2010 berät der Caritasverband zu Fragen rund ums Energiesparen. Tatsächlich aber hätten insbesondere ältere Menschen das Angebot nur unzureichend genutzt, erklärt Bernd Zerbe, Leiter der Abteilung Soziale Dienste bei der Caritas. Mit dem neuen Projekt „Energiesparservice 60+“ wolle man sich gezielt an ältere Menschen wenden, die nur über ein geringes Einkommen verfügen.

Das Projekt unter der Leitung von Stefanie Unterberg, die diese Aufgabe im Rahmen einer halben Stelle übernimmt, startete zu Beginn dieses Jahres und wird zunächst für die Dauer von zwölf Monaten aus Mitteln der Kirchensteuer finanziert. Der Antrag auf eine Verlängerung um drei weitere Jahre läuft. Zerbe bewertet die Resonanz der ersten Wochen als hoch: „20 Senioren haben diesen Service bereits in Anspruch genommen.“

Einkommensschwache Senioren können unter der Telefonnummer (02323) 9296043 einen Termin vereinbaren. Die Caritas schickt dann zwei Mitarbeiter zum Hausbesuch. Bei einem ersten Rundgang werden Möglichkeiten zur Einsparung von Energiekosten ermittelt. Zu einem späteren Zeitpunkt können einzelne Geräte ausgetauscht werden. Dafür stellt die Caritas unter anderem ausschaltbare Steckerleisten, Energiesparlampen und Sparaufsätze für Wasserhähne zur Verfügung. Dieses Hilfspaket ist kostenfrei.

Beratung zum Energiesparen haben nach Auskunft von Caritas-Mitarbeiterin Nicole Amann-Lichtleutner in den vergangenen Jahren mehr als 1300 Haushalte in Herne in Anspruch genommen. Dabei hätte sich ein Durchschnittswert von etwas mehr als 200 Euro ergeben, den jeder Haushalt zum Teil schon mit leichten Verhaltenskorrekturen pro Jahr einsparen könnte.

Ein typisches Problem älterer Menschen ist, dass sie ihren Haushalt mit veralteter Technik betreiben. So stehen nicht selten in ihren Wohnungen alte Kühlschränke mit einem hohen Energieverbrauch. Dabei kann der Austausch dieser Geräte unter bestimmte Umständen sogar bezuschusst werden.

Der Bedarf an Unterstützung durch Wohlfahrtverbände sei unter älteren Menschen in den vergangenen Jahren gestiegen, kann Bernd Zerbe aus seinen persönlichen Erfahrungen bestätigen. Diesen Eindruck stützen auch Daten des städtischen Fachbereiches Soziales. Senioren machen einen hohen Anteil unter den Menschen aus, die auf Grundsicherung angewiesen sind. Ihre Zahl stieg von 1232 im Jahr 2005 auf 2201 im Jahr 2013. Für das vergangene Jahr liegen nach Angaben der Stadtpressestelle noch keine belastbaren Zahlen vor. Es wird vermutet, dass sich die Zahl der Betroffenen auf 2400 bis 2450 Personen erhöht hat.
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