Letzte Wegbegleiter

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Schwerkranken soll der letzte Lebensabschnitt so angenehm wie nur möglich gemacht werden. (Foto: Archiv Wochenblatt)

Als vor 25 Jahren die Palliativmedizin am Evangelischen Krankenhaus Einzug hielt, war dieses Spezialgebiet selbst vielen Fachleuten unbekannt. Palliativmedizin bedeutet, das Leiden Schwerkranker, die ohne Aussicht auf Heilung sind, zu lindern.

Der revolutionäre Gedanke bestand darin, den Menschen in seiner Ganzheit wahrzunehmen. Dazu gehört, dass bei der Therapie auch die psychische und die seelische Verfassung der Patienten berücksichtigt werden. Ein weiterer wesentlicher Faktor ist, dass Angehörige und Freunde des Kranken miteinbezogen werden.

Aus diesem Grund setzt sich das Team auf der Palliativstation aus mehreren Berufsgruppen zusammen: Mediziner, Pfleger, Therapeuten, Seelsorger und Ehrenamtliche. Auch die Atmosphäre dort unterscheidet sich von den anderen Klinikbereichen. So gibt es zum Beispiel eine Wohnküche, in der sich Patienten, Angehörige und Mitarbeiter zwanglos begegnen. Dies wird von vielen Betroffenen wie eine Oase familiärer Gemütlichkeit erlebt.

Damit ein solches Gefühl entstehen kann, spielen Ehrenamtliche eine wichtige Rolle. Sie sprechen mit Patienten, bieten menschliche Nähe oder versüßen den Alltag mit frisch gebackenen Waffeln. Die Ehrenamtlichen haben alle eine Schulung absolviert.

Die Gründung des Ambulanten Hospiz- und Palliativdienstes (AHPD) vor 20 Jahren war eine logische Konsequenz aus der Arbeit auf der Palliativstation. Wenn die Betreuung im Krankenhaus nicht mehr erforderlich ist und der Betroffene seine letzte Lebensphase zu Hause verbringen möchte, bieten die Mitarbeiter ihre Unterstützung an.

Der Dienst führt seine Besuche nicht nur in Privathaushalten, sondern auch in Pflegeeinrichtungen durch. Darüber hinaus finden Angehörige bei den drei hauptamtlichen Koordinatorinnen Rat in palliativen, psychosozialen, pflegerischen, sozialrechtlichen und seelsorgerlichen Fragen. Auch Trauerbegleitung für die Hinterbliebenen gehört zum Aufgabenspektrum. Sowohl die Palliativstation als auch der AHPD arbeiten eng mit dem Palliativnetzwerk und dem Palliativärztlichen Konsiliardienst zusammen, um alle Belange der Versorgung auch ambulant sicherzustellen.

Da ein solch umfangreiches Angebot nur zum Teil von den Krankenkassen finanziert wird, greift der Förderverein ein. Dieser unterstützt die Mitarbeiter bei Fortbildungen, besonders aufwendigen Pflegehilfsmitteln, zusätzlichen Therapieangeboten für die Patienten oder aber auch bei der Ausstattung der Räumlichkeiten.

Um das Jubiläum gebührend zu feiern, stehen etliche Feierlichkeiten in diesem Jahr an. Ein Höhepunkt ist das Benefizkonzert der Jazzformation Echoes Of Swing am Samstag, 1. April. Die Band spielt um 19 Uhr im Kulturzentrum. Karten sind im Verwaltungssekretariat des Krankenhauses zu bekommen. Um die Zukunftsaussichten der Palliativversorgung geht es am Samstag, 8. April, beim Palliativtag im LWL-Museum für Archäologie. Hierfür konnte mit Andreas Heller ein renommierter Experten gewonnen werden.

Eine Annäherung an Tod und Sterben von der künstlerischen Seite her bietet der 12. Mai. Im Rahmen der Reihe „Kunst und Kultur im Krankenhaus“ werden bis September Arbeiten der Künstlerin Tabea Borchert im Evangelischen Krankenhaus zu sehen sein. Sie verarbeitete ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Thema. Am 14. Oktober, dem Welthospiztag, findet ein Tag der offenen Tür statt. Dieses Datum möchten sowohl die Palliativstation als auch der AHPD nutzen, um ihre Stationen und Räumlichkeiten an der Bahnhofstraße 137 sowie die entsprechenden Angebote zu präsentieren.
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2 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 22.03.2017 | 14:49  
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 24.03.2017 | 09:55  
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