Mit dem Roboter gegen Prostatakrebs

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High-Tech-Verstärkung: Marko Brock und Joachim Noldus arbeiten mit dem Biopsie-System Artemis, das die Diagnose von Prostatakrebs noch präziser macht. (Foto: Marienhospital Herne)

Prostatakrebs ist die häufigste Form von Krebs bei Männern: Mehr als 60000 Deutsche erkranken laut Erhebungen des Robert-Koch-Institutes jedes Jahr. Für eine bessere Diagnose hat das Marienhospital technische Unterstützung ins Haus geholt.

In der Klinik für Urologie assistiert das semi-robotische Biopsie-System Artemis dem Team um Professor Joachim Noldus nun bei der Suche nach dem Prostatakrebs. Nur dreimal in ganz Deutschland gibt es das hochmoderne Gerät aus den USA mit dem Roboterarm. Es macht die Diagnose von Prostatatumoren noch präziser. Bereits seit 2009 setzt die Klinik bei urologischen Eingriffen auf Roboter-Technologie.

Der erste Schritt zur Erkennung eines Prostatatumors ist ein Bluttest, der Aufschluss über den PSA-Wert (Prostata spezifisches Antigen) des Patienten gibt. Ist der Wert erhöht, könnte das ein Zeichen für eine Krebserkrankung sein. „Mit dem Bluttest ist es allerdings nicht getan“, so Noldus. „Der Tumor muss mit Hilfe einer Entnahme von Gewebeproben nachgewiesen werden.“ Üblicherweise erfolgt dies über eine systematische Biopsie, bei der mittels Ultraschall-Führung Proben aus verschiedenen Bereichen entnommen werden. Ein präziserer Ansatz ist jedoch die gezielte Entnahme von Proben aus auffälligen Arealen, die mit Hilfe einer zuvor angefertigten Magnetresonanztomographie (MRT) ermittelt wurden.

Hier kommt Artemis ins Spiel, denn der Semi-Roboter ermöglicht eine sogenannte elastische Fusion beider Bilder. „Wenn man eine MRT-Aufnahme anfertigt und diese einige Tage später mit dem Ultraschallbild fusioniert, dann stimmen die Bilder nicht perfekt überein. Artemis justiert diese Bilder elastisch perfekt übereinander, so dass wir Auffälligkeiten mit einer Genauigkeit von unter einem Millimeter treffen können“, sagt Marko Brock, Oberarzt der Urologischen Klinik. Er ließ sich von den Erfindern aus den USA in das Gerät einweisen.

Ein weiterer Vorteil: Die erhöhte Trefferquote macht die sogenannte korrekte Charakterisierung möglich, denn ist die Prostata von Krebs befallen, gibt es meistens mehrere Tumore. „Mit Hilfe von Artemis können wir sozusagen den schlimmsten Tumor in der gesamten Prostata identifizieren und somit die Intensität der Behandlung besser abstimmen“, so Brock.

Quelle: Marienhospital Herne
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