Noch 170 Ausbildungsplätze unbesetzt

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Noch gibt es sie blanko: Ausbildungsverträge, die darauf warten, ausgefüllt zu werden. (Foto: NGG)

Der „Azubi-Endspurt“ läuft. Noch sind 170 Ausbildungsplätze unbesetzt. Umgekehrt registriert die Arbeitsagentur 330 junge Menschen, die noch einen Ausbildungsbetrieb suchen, um in ihren Wunsch-Job starten zu können. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit.

Die Nachwuchssuche gehe quer durch die Berufswelt. Einige Branchen müssten sich beim „Kampf um gute Köpfe“ allerdings etwas mehr anstrengen: Dazu gehöre das Bäcker- und Fleischerhandwerk. Ebenso die Hotel- und Gastronomie-Branche. Rund um Backofen und Verkaufstresen in Bäckereien gebe es zum Beispiel noch 19 offene Ausbildungsplätze.

NGG-Geschäftsführerin Yvonne Sachtje verwundert das nicht: „Jugendliche wissen, dass sie hier keine Standard-Arbeitszeit, keinen ‘Nine-to-Five-Job‘ bekommen. Die Brötchen werden nun mal früh gebacken. Und in der Gastronomie wird es abends spät. Die Branchen bieten eine gute Ausbildung und tolle Jobs. Es kommt deshalb darauf an, Jugendliche durch deutlich attraktivere Arbeitsbedingungen vom Nahrungsmittelhandwerk und von der Gastronomie zu überzeugen.“

Die Gewerkschaft lasse hier nicht locker und trete mit Nachdruck für ein besseres Image der Branchen ein, das insbesondere durch höhere Löhne und attraktivere Regelungen bei der Arbeitszeit erreicht werden müsse. Enorm wichtig sei zudem ein gutes Betriebsklima und eine „klare Linie“ gegen ausbildungsfremden Arbeiten. „Der neue DGB-Ausbildungsreport legt offen, dass etwa jeder zehnte Azubi zu Arbeiten verdonnert wird, die nicht zur Ausbildung gehören. Das geht vom Putzen über stupide und monotone Hilfsarbeiten in Dauerschleife bis zu Botengängen“, kritisiert Yvonne Sachtje.

Eine interessante Job-Nische ist übrigens auch die Ausbildung in der Lebensmittelindustrie. „Vom Käse bis zur Marmelade, vom Keks und von der Schokolade bis zum Gemüse und Fleisch – das Spektrum der Ernährungsindustrie ist breit. Ebenso das Jobangebot. Die Lebensmittelherstellung bietet die Chance, eine Maschinenstraße zu steuern oder die Produktion im Labor zu überprüfen. Jugendliche, die ihren Traumjob noch nicht gefunden haben, sollten sich hier mal schlau machen“, sagt Yvonne Sachtje. "Noch ist es nicht zu spät, einen Ausbildungsvertrag zu unterschreiben." In der Genuss- und Lebensmittelherstellung gibt es aktuell noch vier Ausbildungsplätze, die Betriebe bei der Arbeitsagentur als unbesetzte Lehrstellen gemeldet haben.

Quelle: Yvonne Sachtje/Geschäftsführerin NGG-Region Ruhrgebiet
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