Psychoterror im Netz

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Cybermobbing ist für Betroffene sehr belastend und verursacht häufig ein Gefühl tiefer Verunsicherung und Scham. (Foto: AOK/hfr)

Psychoterror im Netz ist weit verbreitet. Einer Befragung des Bündnisses gegen Cybermobbing zufolge sind etwa 17 Prozent der Schüler in Deutschland bereits Opfer solcher Attacken geworden.

Das kritischste Alter liegt zwischen 12 und 15 Jahren. „Wenn digitale und soziale Medienkanäle dafür genutzt werden, um jemanden über einen längeren Zeitraum zu beleidigen, zu diffamieren und in der Öffentlichkeit schlecht zumachen, spricht man von Cybermobbing", so Jörg Jockisch, Pressesprecher der AOK Nordwest in Herne.

Verbreitet werden Beschimpfungen, Beleidigungen, Gerüchte und Verleumdungen meist in sozialen Netzwerken. Mehr als ein Fünftel der Betroffenen fühlt sich durch die Attacken dauerhaft belastet. Die Befragung von mehr als 10000 Schülern, Eltern und Lehrern ergab, dass die Täter überwiegend aus der eigenen Schule stammen. 19 Prozent der befragten Schüler gaben zu, selbst schon einmal gemobbt zu haben.

Einer dauernden Belastung durch Cybermobbing kann ein einzelner Mensch kaum standhalten. Und gerade Kinder und Jugendliche werden dadurch tief verunsichert. Viele schämen sich und ziehen sich zurück, manche reagieren aber auch aggressiv. Mögliche Auswirkungen können auch Kopf- oder Bauchschmerzen sein. Manche Kinder wollen nicht mehr zur Schule gehen. Im schlimmsten Fall macht Psychoterror krank.

Zudem ist jeder Fall von Cybermobbing anders. Viele Jugendliche halten es anfangs für einen Spaß, beispielsweise Fotos von anderen zu verfremden und ins Netz zu stellen. Nicht wissend, was sie damit anrichten könnten. Den meisten ist auch nicht klar, dass man erst das Einverständnis des Abgebildeten einholen muss, bevor man ein Bild veröffentlichen darf.

Um Cybermobbing vorzubeugen, ist es besser, persönliche Daten und Fotos für sich zu behalten und nicht jedem alles von sich preiszugeben. Empfehlenswert ist es, geschützte Chaträume zu nutzen, in denen man Beleidigungen melden kann. Außerdem sollte sich jeder im Netz selbst respektvoll verhalten und nicht bei fiesen Attacken gegen andere mitmachen oder unüberlegt zurückbeleidigen. Bei massiven Bedrohungen ist es wichtig, sich Hilfe zu holen und Eltern und Lehrer zu informieren.

Quelle: AOK NordVest
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