Schock fürs Leben

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Da sich das neue System jedoch nicht für alle Patienten gleich eignet, findet im Vorfeld durch Ali Halboos eine sorgfältige Diagnostik und Abwägung statt. (Foto: Evangelisches Krankenhaus Herne)

Reguläre Defibrillatoren-Systeme sind mit Elektroden ausgestattet, die bis ins Herz eingeführt werden. Das System, das Kardiologe Ali Halboos jetzt neu am Evangelischen Krankenhaus Herne seinen Patienten implantiert, lässt das Herz unberührt.

Mit dieser Methode würde nicht nur das Risiko von Infektionen, sondern auch andere Komplikationen gemindert, erläutert Halboos die Vorteile seiner Methode. Bei dem subkutanen ICD-System wird das Aggregat, welches etwas größer als eine Streichholzschachtel ist, mit dem Impulsgeber auf der linken Seite der Brust neben dem Brustkorb eingesetzt und die Elektrode unmittelbar unter der Haut über dem Brustbein.

Bei herkömmlichen Defibrillatoren sieht das Verfahren so aus, dass die Impulsgeber in der Höhe des Schlüsselbeins implantiert und eine oder mehrere Elektroden, je nach Krankheitsbild, durch eine Vene bis ins Herz über die Herzklappe vorgeschoben werden. „Dieses Verfahren macht Sinn für Patienten, die beispielsweise eine zusätzliche Schrittmacherindikation haben oder spezielle Herzrhythmusstörungen, die der Defibrillator mit zusätzlichen Impulsen behandeln und beenden kann, noch bevor er einen Schock abgibt“, erläutert Halboos.

Da die Kabel eines Herzschrittmachers einer starken Belastung ausgesetzt sind – pro Minute findet 80-mal eine Kontraktion statt – halten sie in der Regel circa 15 Jahre. Benötigt ein junger Patient einen Defibrillator, muss er damit rechnen, dass die Elektroden während seiner Lebenszeit mindestens einmal, vielleicht auch zweimal ausgetauscht werden müssen. Dabei handelt es sich zwar um einen Routine-Eingriff, aber er bedeutet trotzdem ein erneutes Infektions- oder auch anderes Komplikationsrisiko für den Patienten. Mit dem neuen Verfahren werden diese Risiken nahezu ausgeschaltet.

Da sich das neue System jedoch nicht für alle Patienten gleich eignet, findet im Vorfeld eine sorgfältige Diagnostik und Abwägung statt. „Die endgültige Entscheidung fällen wir im gemeinsamen Gespräch mit dem Patienten“, betont Halboos.

Defibrillatoren werden bei Menschen mit anomalem Herzrhythmusstörungen implantiert, um einem plötzlichen Herzstillstand vorzubeugen. Das Gefährliche ist, dass der Patient nicht spürt, dass sich ein solcher Herzstillstand ankündigt. Wird dieser aber nicht sofort durch einen Schock behandelt, führt er zum Tod.

Quelle: Evangelisches Krankenhaus Herne
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