Selbsthilfe mittels Internet

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Thomas Müller, Linda Lück, Falk Küpper und Celine Mester (von links) setzten das Konzept in ihrem Bachelor-Studiengang um. (Foto: Thomas Schmidt/Stadt Herne)
 
Termin vor dem Rathaus: Neben der Hochschule für Gesundheit beteiligen sich an dem Projekt die Stadt und das Bürgerzentrum. (Foto: Thomas Schmidt/Stadt Herne)

Es ist nicht leicht, junge Menschen für die Selbsthilfe zu sensibilisieren. Wie es funktionieren kann, haben Studierende der Hochschule für Gesundheit aus Bochum und engagierte Vertreter der Herner Selbsthilfe eindrucksvoll bewiesen: mit einem Blog.

Neben dem Internetauftritt der Selbsthilfe Herne lädt ein zweites Online-Angebot zur interaktiven Nutzung ein. Neben allgemeinen Informationen, speziell adressiert an junge Menschen, finden sich fünf Themen, die von den Studenten und den Engagierten der Selbsthilfe bearbeitet werden.

Wer sich über Glücksspielsucht, Depression, Aneurysma, Lotsen für Menschen mit Behinderungen und Alkoholsucht informieren oder mit anderen austauschen möchte, ist hier an der richtigen Adresse. „Ich bin froh, dass wir diese gelungene Kooperation auf den Weg gebracht haben. Wir sind eben nicht nur Innovation-City, sondern wir tragen auch den Titel gesunde Stadt“, betonte Oberbürgermeister Frank Dudda während der Pressekonferenz.

Die Einrichtung des Blogs ist ein Ergebnis der Gesundheitskonferenz, in dem Handlungsempfehlungen wie die Gewinnung von jüngeren Bevölkerungsgruppen oder eine breitere Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt werden. „Es gehört zu den Aufgaben der Hochschule für Gesundheit, dabei mitzuwirken, die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und dabei insbesondere die Region, also das Ruhrgebiet, im Blick zu haben“, betonte Professorin Dr. Anne Friedrichs, Leiterin der Hochschule für Gesundheit. Seit ihrer Gründung gebe es eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt. Die Schule, die ein großes Netzwerk aufgebaut hat, arbeitet mit zahlreichen Partnern in Herne eng zusammen – von großen Kliniken, über ein Hospiz bis hin zum Fachbereich Gesundheit der Stadt.

Das Projekt wurde im Sommersemester 2016 im Bachelor-Studiengang „Gesundheit und Diversity“ umgesetzt, welches von Dr. Gudrun Faller, Professorin für Kommunikations- und Interventionsprozesse im Gesundheitswesen, geleitet wurde. Faller: „Die mediale Kommunikation wird auch zu Gesundheitsthemen immer wichtiger. Deshalb haben sich die Studierenden in dem Modul kritisch damit auseinandergesetzt. Darüber hinaus konzipierten sie eine eigene Kommunikationsstrategie für eine spezifische Zielgruppe. Das Innovative an diesem Projekt ist die Verbindung der traditionellen Face-To-Face-Kommunikation in der Selbsthilfe mit den neuen elektronischen Möglichkeiten.“

Dass sich diese elektronischen Möglichkeiten nun auch in der Herner Selbsthilfe wiederfinden, erfreut auch Dr. Katrin Linthorst, Leiterin der Abteilung Gesundheitsförderung: „Ich bin unheimlich stolz darauf, mit wie viel Herzblut die Studierenden bei der Sache sind. Schon im Vorfeld der letzten Gesundheitskonferenz haben wir in Workshops mit ihnen zusammengearbeitet, um herauszufinden, wie wir junge Menschen für die Selbsthilfe sensibilisieren können.“ Linthorst wies in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf das Bürger-Selbsthilfe-Zentrum hin, das seit Jahrzehnten einen festen und wichtigen Platz in der Gesellschaft einnimmt. Engagierte Vertreter des Zentrums haben die Studenten maßgeblich bei der Entwicklung des Blogs unterstützt.

Am Selbsthilfeblog haben sich insgesamt 19 Studenten beteiligt. Thomas Müller, Falk Küpper, Celine Mester und Linda Lück präsentierten den Blog vor Medienvertretern. Dabei erläuterten sie, dass sie sich zunächst überlegt hatten, wie sie selbst an das Thema Selbsthilfe herangeführt werden wollten. „Wir haben beim Thema Glücksspielsucht gemerkt, dass Menschen die Anonymität des Internets nutzen“, erklärte Celine Mester und Linda Lück führte weiter aus, um welche Inhalte sich die Studenten gekümmert haben: „Wir haben zum Beispiel Interviews geführt: mit Anne, einer Betroffenen, und ihrer Schwester. Die Tondokumente haben wir in den Blog eingefügt.“ Schließlich ergänzte die Studentin: „Online-Spiele sind gefährlich, weil man hier anonym bleiben kann. Es kann jeden treffen. Besonders gefährdet sich Jugendliche. Denn der Bezug der jungen Leute zum Internet ist viel größer.“

Quelle: Presseamt Stadt Herne
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