Selbstverständliche Inklusion

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Andreas Pauls prüft gemeinsam mit seinem Kollegen Hasan Oktay Möglichkeiten der Integration Betroffener an Arbeitsplätzen. (Foto: Archiv Wochenblatt)

Menschen mit Behinderung in Arbeit bringen und die Nachwuchssorgen von Industrie und Handel abmildern sind die Ziele des Netzwerks Arbeit und Inklusion für die Region Mittleres Ruhrgebiet.

Andreas Pauls und Hasan Oktay haben unter dem Dach des Evangelischen Verbunds Ruhr ihre Arbeit als Koordinatoren aufgenommen, hinter ihnen stehen als Projektpartner Behörden, Einrichtungen und Verbände. Der Integrationsfachdienst, Arbeitsagentur und Jobcenter, Industrie- und Handelskammer sowie die Kreishandwerkerschaften sind nur einige der Namen, die in das Projekt involviert sind. „Wir spüren vom ersten Tag an volle Unterstützung bei der Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt“, sagt Andreas Pauls.

Das Netzwerk besteht schon seit drei Jahren, das Projekt seit Anfang dieses Jahres. Neu ist das, was Pauls und Oktay machen: den Fokus auf die Beratung von Arbeitgebern zu legen.

Bei der Arbeitsagentur Bochum/Herne waren im vergangenen Jahr 2200 schwerbehinderte Menschen arbeitssuchend gemeldet. Die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes ist an ihnen vorbeigegangen. Trotz sinkender Nachwuchszahlen in den Betrieben begannen nur 89 behinderte junge Menschen eine Ausbildung. „Wir beobachten auf Seiten der Arbeitgeber immer noch viele Hemmschwellen, sich mit der Einstellung von Menschen mit Behinderung zu befassen“, sagt Hasan Oktay. Das fängt bei der Zeit an, die eine Firma investieren muss, um erst einmal zu verstehen, was wie und wie lange gefördert wird und welche Rechte und Pflichten in diesem Arbeitsverhältnis bestehen.

Diesen Rechercheaufwand nimmt das Netzwerk Unternehmen künftig ab. Pauls und Oktay kommen vorbei und helfen, Einsatzmöglichkeiten für Menschen mit Handicap zu ermitteln. Eine Methode ist dabei das sogenannte Job-Carving. Dabei wird eine Stelle komplett auf einen Bewerber zugeschnitten und spezifische Tätigkeiten, die eigentlich zum Aufgabenprofil gehören, werden herausgenommen. „Das kann zum Beispiel Kundenkontakt sein oder bestimmte Sprachkenntnisse“, erklärt Oktay. „Die Kunst ist, Aufgaben zu filtern und versprengte Einzeltätigkeiten aufzuspüren, aus denen dann ein neues Stellenprofil wird.“

Neu im Netzwerk ist ebenfalls das erste Jobportal der Region, das explizit Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit Behinderung verbindet.
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