Selbstwertgefühl durchs Schreiben: Neue Ausgabe des Herner Selbsthilfejournals erschienen

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Mitglieder des Redaktionsteams und Vertreter des Fachbereichs Gesundheit präsentieren die neue Ausgabe des Herner Selbsthilfejournals.

„Selbst schreiben macht stolz“, erzählt Inge Wilzoch von der Aneurysma-Selbsthilfegruppe. „Das gibt mir Selbstwertgefühl“, pflichtet ihr Ulrike bei, die über ihre eigene, mittlerweile überwundene Spielsucht geschrieben hat und ihnen Nachnamen nicht in der Zeitung veröffentlichen möchte. Beide Frauen gehören zum Reaktionsteam des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit der Herner Selbsthilfe, der jetzt die neueste Ausgabe des Herner Selbsthilfejournals herausgegeben hat.

Seit 2011 erscheint das Heft einmal jährlich. Wurden die ersten Artikel hauptsächlich von einer Journalistin verfasst, schreiben die Betroffenen nun ihre eigenen Texte. „Dabei geht es nicht nur um die eigenen Themen, sondern auch um den Blick über den Tellerrand hinaus“, erläutert Dr. Katrin Linthorst, Leiterin der Abteilung Gesundheitsförderung und -planung, die das Projekt unterstützt. Daher finden sich in dem Magazin nicht nur Artikel über Selbsthilfe, sondern zum Beispiel auch über eine Ehrenamtliche aus der Flüchtlingsarbeit.
Den Artikel hat Ulrike verfasst, der das Schreiben wieder Perspektiven im Leben bietet. Und auch die schriftliche Auseinandersetzung mit ihrer Spielsucht erlebt sie als positiv. „Man erfährt so viel über sich selbst“, ist sie glücklich, nachdem sie eine Selbsthilfegruppe für Spielsüchtige gegründet hat, auf das Angebot des Bürger-Selbsthilfe-Zentrums (BüZ), das zurzeit mehr als 100 Gruppen zählt, gestoßen zu sein.

Über positive Dinge schreiben

Auch für Christa Winger hat sich ihr Engagement in der Selbsthilfegruppe für Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, vorteilhaft ausgewirkt. „Seitdem ich die Gruppe leite, war ich nicht mehr in der Klinik“, erzählt sie. Für das neue Magazin wollte sie nicht über Probleme schreiben, sondern über positive Dinge. Sie beschäftigt sich in ihrem Artikel mit dem Tanzen, „denn durch die Bewegung bekommt man ein richtig gutes Gefühl“.
Das Titelbild des Herner Selbsthilfejournals hat auch in diesem Jahr wieder der Illustrator Berthold B. Knopp, Mitglied der Selbsthilfegruppe Depression, gestaltet. „Es ist das Spiegelbild des Inhalts“, sagt er über seine Arbeit, die er mit Tusche und Aquarellstiften angefertigt hat.
Mehrmals im Jahr setzen sich die Redaktionsmitglieder zusammen, sammeln Ideen und planen die Themen, die dann von einzelnen Autoren übernommen werden. Dabei stehen sie sich mit Ratschlägen zur Seite und lesen hinterher gegenseitig Korrektur. Denn der Austausch der Betroffenen ist ein weiterer wesentlicher Aspekt des Journals. „Die Selbsthilfegruppen vernetzen sich untereinander und lernen sich kennen“, erklärt Linthorst.

Fördergelder von den Krankenkassen

Alle Redaktionsmitglieder arbeiten ehrenamtlich an dem Journal mit, das über die Fördergelder, die das BüZ von den Krankenkassen erhält, finanziert wird. „Die Öffentlichkeit kann gar nicht genug auf die Selbsthilfe aufmerksam gemacht werden“, sagt Inge Wilzoch über das Heft, das jetzt bereits zum sechsten Mal erschienen ist. „Wir sitzen nicht stumm in der Ecke und leiden“, ist es ihr wichtig zu betonen.
Das kostenlose Herner Selbsthilfejournal ist in einer Auflage von 2.500 Exemplaren erschienen und liegt in allen öffentlichen Einrichtungen sowie Arztpraxen und Krankenhäusern aus. Außerdem kann es von der Webseite www.herne.de (Rubrik Gesundheit) heruntergeladen werden.
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